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«Webber weist alle darauf hin, dass etwas gegen ihn läuft»

Dass Mark Webber sich öffentlich über seinen Status bei Red Bull beklagt, ist für den früheren Formel-1-Fahrer Marc Surer «psychologische Kriegsführung».

Vor der Saison 2009 hatten Mark Webber (links) und Sebastian Vettel bei einem gemeinsamen Fotoshooting am Strand Spass und der angedeutete Streit ist nur inszeniert.
Vor der Saison 2009 hatten Mark Webber (links) und Sebastian Vettel bei einem gemeinsamen Fotoshooting am Strand Spass und der angedeutete Streit ist nur inszeniert.
Keystone
Gemeinsames Kochen: Im September 2008 harmonierte das Red-Bull-Duo noch bestens.
Gemeinsames Kochen: Im September 2008 harmonierte das Red-Bull-Duo noch bestens.
Keystone
Entsprechend war seine Freude über den zweiten Platz hinter seinemTeamkollegen Sebastian Vettel, der sich mit Teamchef Christian Horner (Mitte) freut, verhalten.
Entsprechend war seine Freude über den zweiten Platz hinter seinemTeamkollegen Sebastian Vettel, der sich mit Teamchef Christian Horner (Mitte) freut, verhalten.
Keystone
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Mark Webber betonte vor dem Grossen Preis von Brasilien, es sei «offensichtlich», dass er vom Team menschlich nicht gleich leidenschaftlich unterstützt werde wie sein Teamkollege Sebastian Vettel. Ähnlich hatte sich der Australier schon zuvor geäussert, und um die Welt ging auch sein Funkspruch nach dem Sieg in Silverstone. «Nicht schlecht für eine Nummer 2», kommentierte der 34-Jährige die Gratulationen seines Teams – für die ganze Welt hörbar.

Marc Surer, früher Formel-1-Fahrer und heute Experte auf Sky/Teleclub, glaubt indes, dass dies eine bewusste «psychologische Kriegsführung» von Mark Webber ist. «Alonso hat es vorgemacht und war erfolgreich. Webber kopiert es jetzt», erklärt der Basler auf dem Portal Motorsport-total.com. «Der (Alonso) hat auch immer gesagt, dass ihn das Team nicht unterstützt, er gegen den Teamkollegen kämpfen muss und so weiter. Er hat ständig gejammert», erinnert sich Surer.

«Er bindet dem Team die Hände»

Webber wende jetzt die gleiche Taktik an. «Er macht die Öffenlichkeit darauf aufmerksam, damit das Team auf keinen Fall etwas Falsches machen kann», so Surer. Er übe so Druck auf Red Bull aus. Und er habe auf diese Weise nicht wenige Medienvertreter auf seine Seiten gezogen. «Er weist darauf hin, dass etwas gegen ihn läuft, und bindet damit dem Team die Hände, etwas gegen ihn zu unternehmen oder nur schon ihn nicht gleich wie Vettel zu pushen», erklärt Surer.

Die Rivalität zwischen Webber und Vettel geht vor allem auf den Zwischenfall im Rennen in Istanbul zurück. «Unser Kontakt ist nach der Kollision in der Türkei abgekühlt», erklärt Webber selber. «Jeder, der die Formel 1 kennt, weiss, dass es nach so einem Zwischenfall keine tiefe Freundschaft oder Sympathie mehr geben kann, weil mit diesem Vorfall aus einer normalen, freundlichen Konkurrenzsituation plötzlich ein professioneller, aber sehr distanzierter Umgang wird», sprach Webber vor dem Rennen in Brasilien Klartext. Und er schob nach: «Wie ich das fahrerische Kräfteverhältnis zwischen uns einschätze, können Sie am aktuellen WM-Stand ablesen.» Vor dem letzten WM-Rennen in Abu Dhabi am nächsten Sonntag führt Fernando Alonso mit 246 Punkten vor Webber (238) und Vettel (231).

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