Rechtsstreit um einen Bob

Nach langem Hin und Her dürfen Jamaikas Bob-Frauen wohl doch zur Olympia-Premiere antreten.

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Bei der Eröffnungsfeier war noch alles bestens. Die Welt konnte sich, 30 Jahre nach Calgary, wo «Cool Runnings» seinen Anfang nahm, auf eine Fortsetzung freuen. In Korea waren es die jamaikanischen Frauen, die zu ihrer Olympia-Premiere kommen sollten (neben dem anderen exotischen Team, dem Bob aus Nigeria).

Doch in den Tagen vor dem Wettkampf war nichts mehr, wie es sein sollte. Jamaika wurde es laut Verfügung verboten, den Schlitten zu benützen. Der Anwalt, der das tat, vertritt Sandra Kiriasis, die – ehemalige – deutsche Trainerin des Bobteams. Aber noch am gleichen Tag kam Entwarnung aus Winterberg, wo der Bob beheimatet war. In dieser Schlammschlacht geriet Kiriasis, je näher der Wettkampf kam, in immer grössere Argumentationsnotstände.

Wie es zu all diesem Durcheinander kam, ist eine eher komplizierte Geschichte. Beide Seiten stellen die Dinge anders dar. Kiriasis ist vom jamaikanischen Verband von der Pilotentrainerin in Pyeongchang zur Bahn-Analystin umfunktioniert worden, das hat die Deutsche nicht akzeptieren wollen. Sie schied im Streit aus, ihr wurde von den Verbandsoberen die Akkreditierung entzogen.

Sandra Kiriasis, die vom jamaikanischen Verband degradierte Trainerin.

Mit dem Ausstieg von Kiriasis aber begannen die rechtlichen Probleme. Der Bob der Jamaikanerinnen ist ein Gefährt des BSC Winterberg, das Kiriasis persönlich gemietet hat – behauptete die ehemalige Trainerin auf jeden Fall. Sie halte laut Vertrag von Dezember bis Ende Februar das alleinige Nutzungsrecht am Schlitten.

Die Brauerei sprang ein

Inzwischen hat allerdings eine jamaikanische Brauerei die Situation zu einem schönen Werbeauftritt genützt und das Geld zur Verfügung gestellt, diesen Schlitten zu kaufen. Deshalb geht der jamaikanische Verband nun davon aus, dass die Frauen am Wettkampf teilnehmen können. Im Training waren sie gut unterwegs, sie fuhren die sechstbeste Zeit.

Die Kiriasis-Behauptung, sie alleine verfüge über das Nutzungsrecht, wurde gestern mit einer E-Mail aus Winterberg nichtig gemacht. Der BSC bestätigte den Verkauf an die Brauerei, Frau Kiriasis haben den Bob nicht organisiert, das sei alles über einen Dritten abgelaufen. Dazu kommt, dass der Vertrag, von dem Sandra Kiriasis sprach, ihr zwar zugestellt, aber nie von ihr unterschrieben zurückgeschickt worden sei. Deshalb war die Deutsche rechtlich gar nie im Besitz des Bobs. Die Brauerei und damit der jamaikanische Verband aber sollte das jetzt sein. (jch)

Erstellt: 19.02.2018, 13:50 Uhr

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