Cologna hofft auf die Extramedaille

Der 4-fache Olympiasieger darf gar im Teamsprint am Mittwoch mit einem Podestplatz liebäugeln – dank dem erstarkten Roman Furger

Dario Cologna: Gute Aussichten für die kommende Woche.

Dario Cologna: Gute Aussichten für die kommende Woche. Bild: Keystone

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Eigentlich schien klar: Dario ­Cologna kann nur auf Dario ­Cologna zählen, will er an diesen Spielen in die Top 3 laufen. Doch seit seinem vierten Olympiagold vom Freitag ist die Situation plötzlich anders: Er hat selbst am Mittwoch im Teamsprint Chancen auf eine Medaille.

Das hängt mit seiner Paradeform zusammen – noch stärker aber mit seinem wahrscheinlichen Partner: Roman Furger. Der Urner überraschte sich und das Langlauf-Team mit Platz 12 über 15 km. So gut war er an einem Distanzrennen auf Topniveau noch nie. Konsequenterweise sagte Captain Cologna, dass er «mit Roman keine schlechten Aussichten» haben werde. Damit nahm er die Nomination für sein nächstes Rennen quasi vorweg.

Nur: Ursprünglich war Jovian Hediger als sein Partner vorgesehen. Nun scheint Furger die logischere Wahl. Der Skating-Teamsprint wird abwechselnd über total sechs Runden absolviert. Damit wird die Erholungsfähigkeit mit der Renndauer immer zentraler, wollen die Schweizer mit den Besten mithalten. ­Furger, der sich vom Sprinter zum Distanzläufer entwickelte, ist deshalb der vielversprechendere Begleiter von ­Cologna als Sprintspezialist Hediger. Er verfügt über die besseren Erholungsfähigkeiten ­innert Kürze.

Schon mit Bruder Gianluca knapp am Podest vorbei

Was ein immerhin guter Partner neben Cologna bewirken könnte, zeigt sich am Ergebnis vor vier ­Jahren. Damals verpasste Cologna den Bronzeplatz bloss um ­Sekunden – obschon sein Bruder ­Gianluca stark ­abgefallen war. Mit einem etwas stärkeren Back-up könnte ­Cologna nun schon Mitte ­Woche ­erneut ­glänzen – ehe er am Samstag im 50-km-Rennen klassisch die letzte Medaillenchance hat.

Bei seinen ewigen Gegnern aus Norwegen hat er sich nach seinem vierten Olympiatitel jedenfalls wieder in den Köpfen festgesetzt: So sagte Simen Krüger, sein erster Verfolger vom Freitag (und Skiathlonsieger): «Dario war in einer anderen Liga.» Auch Martin Johnsrud Sundby, der weiter auf sein ­erstes Einzelgold an einem Grossanlass warten muss, anerkannte: «Es ist eindrücklich, dass er nach einer Enttäuschung wie im Skiathlon derart stark zurückkehrte.»

Cologna und die anderen Schweizer Medaillengewinner feiern im House of Switzerland. Quelle: SDA

Die Einsicht des Norwegers, das Lob ans Topmaterial

Für Tor Arne Hetland, den ­Distanzcoach der Norweger und früheren Schweizer Sprinttrainer, gründet der abermalige Erfolg von Cologna auch auf seinen überwundenen Rückschlägen. Anhand ­Colognas Goldlauf sagte Hetland: «Dario kann wieder beide Beine top belasten. Diesbezüglich war er nach seiner schweren Fussverletzung von 2014 lange handicapiert, was ihm auf der Loipe anzusehen war. Er lieferte mit dem rechten Bein etwa 10 Prozent weniger Power als mit dem linken.»

Colognas Coach Ivan Hudac wiederum betonte das exzellente Material, von dem Cologna beim Sieg profitierte. Indirekt wirkte sich damit die Zusatzmassnahme im Servicebereich aus. Die Schweizer liessen die grosse Auswahl an möglichen Ski vortesten. ­Daraus ergab sich für die Spiele pro Athlet je eine Kollektion an Topski. So konnte die Skiauswahl vor den Rennen reduziert werden – was der Serviceequipe erlaubte, sich mit anderen Auf­gaben stärker zu beschäftigen. ­Offenbar mit Erfolg.

Erstellt: 18.02.2018, 17:11 Uhr

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