«Ich hatte sogar noch etwas Reserve»

Goldmedaille Nummer fünf für die Schweiz: Snowboarder Nevin Galmarini wird seiner Favoritenrolle gerecht und gewinnt den Parallel-Riesenslalom.

Galmarini, der strahlende Sieger. (Video Tamedia/SRF)

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Nevin Galmarini dominierte die Olympia-Konkurrenz in dieser Disziplin wie Philipp Schoch in Turin 2006. Der neue Schweizer Champion steigt endgültig zum Star der Alpin-Szene auf.

Jahrelang stand der 31-Jährige im mächtigen Schatten der Alpin-Dynastie der Schoch-Brothers Philipp und Simon Schoch. In Sotschi trat er vor vier Jahren als Finalist ein erstes Mal ins Rampenlicht, nun hat er den persönlichen Olymp endgültig erreicht. In seinem Fall sagten die Experten Gold an, und der Schweizer Teamleader erfüllte die hohen Ansprüche lückenlos.

Sympathisch: Koreaner gratuliert dem Olympiachampion. (Video: fs)

«Sogar noch Reserven»

«Es fühlte sich schon fast etwas unheimlich an», erzählte Galmarini hinterher. Er habe sich trotz anfänglicher Nervosität vor dem Start während der Fahrten unglaublich sicher gefühlt. «Ich hatte sogar noch etwas Reserve.»

In keinem einzigen Run offenbarte er auch nur die geringste Schwäche, sondern deklassierte die internationale Elite regelrecht. «Ihm traue ich alles zu, er kann Gold gewinnen», hatte der Altmeister Philipp Schoch vor ein paar Tagen erklärt und sich nicht getäuscht. Dass ihn die Trainer mit dem österreichischen Ski-Superstar Marcel Hirscher vergleichen, kommt nicht von ungefähr.

Die Emotionen des Siegers: «Es ist schon fast kitschig.» (Video: SRF/Tamedia)

Der technisch und athletisch beste Fahrer im Feld carvte im Endlauf gegen den chancenlosen Südkoreaner Sangho Lee im Stil des Perfektionisten zum wichtigsten Triumph seiner Karriere. Schon in der Vorbereitung hatte er kein Detail dem Zufall überlassen. Insider bewundern neben seinen ausserordentlichen Qualitäten auf dem Brett auch seine Gabe, seinen Bretthersteller mit millimetergenauen Angaben zu versorgen.

Wie aus einem Guss

«Vier Jahre nach Sotschi ging erneut alles perfekt auf – wie aus einem Guss», so Galmarini. Schon jene Silbermedaille in Russland habe sich für ihn wie Gold angefühlt, die tatsächlich goldfarbene Auszeichnung müsse er zuerst mal einordnen. «Ich checke es noch gar nicht richtig.»

Mit seinem perfekt vorbereiteten und auf imposante souveräne Weise zelebrierten Triumph ist Galmarini in der ungemein erfolgreichen Schweizer Alpin-Story zu den Ikonen aufgestiegen. Nur der WM-Titel fehlt ihm noch. Den Gesamtweltcup der FIS führt der Bündner deutlich an – der Toursieg ist ihm unter normalen Umständen nicht mehr zu nehmen.

Neben Galmarini gehört auch der Chef der Equipe zu den Siegern. Das Comeback von Coach Christian Rufer hat sich bereits gelohnt. Unter ihm haben die Schweizer Alpin-Spezialisten im Männer oder Frauen-Tableau an den letzten vier Winterspielen viermal Gold gewonnen.

Ledecka mit zweitem Gold

Im Rennen der Frauen wurde Ester Ledecka ihrer Favoritenrolle gerecht. Die 22-jährige Tschechin sicherte sich auch in ihrer Spezialdisziplin die Goldmedaille, nachdem sie bereits im Super-G der Skifahrerinnen den Olympiasieg geholt und für die Story dieser Winterspiele gesorgt hatte.

Kummer, Ledeckas erstes Opfer

Das erste Opfer Ledeckas in der K.o.-Phase war Patrizia Kummer, die Olympiasiegerin von 2014 in Sotschi. Die Walliserin hatte als 16. und Letzte mit einer Hundertstelsekunde Reserve den Einzug in die Achtelfinals geschafft. Ladina Jenny scheiterte ebenfalls in der Runde der letzten 16, Julie Zogg schied in den Viertelfinals aus. (var/fal/sda)

Erstellt: 24.02.2018, 08:53 Uhr

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