Die Frau mit den meisten Siegen

Florence Schelling ist nach dem 2:1 der Schweizerinnen über Schweden alleinige Olympia-Rekordhalterin.

Auch beim 2:1 gegen Schweden kaum zu bezwingen: Seit nunmehr 16 Jahren hütet Florence Schelling erfolgreich das Schweizer Tor.

Auch beim 2:1 gegen Schweden kaum zu bezwingen: Seit nunmehr 16 Jahren hütet Florence Schelling erfolgreich das Schweizer Tor. Bild: Keystone

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Auf wen sie in ihrem Viertelfinal am Samstag treffen, wissen die Schweizer Eishockeyfrauen erst heute. Was nach dem 2:1 gegen Schweden im Gruppen­final aber klar ist: Sie haben sich in die bestmögliche Position für einen Platz im Halbfinal und damit ein Medaillenspiel gesiegt. Auf sie wartet die schlechteste Equipe der ­oberen Gruppe, der Verlierer der Partie Finnland gegen die Olympische Auswahl Russlands.

Im Normalfall dürften es die Russinnen sein. Damit rechnen auch die Schwedinnen, die sich auf Finnland vorbereiten, das stärker einzuschätzen ist als sie. «An der Grenze zur Peinlichkeit» sei der Auftritt von «Dam­kronorna» gewesen, kommentierte ein Beobachter den dritten Auftritt der Schwedinnen. Wie in Sotschi im Bronzematch gegen die Schweiz sei es gewesen: Wenn es zähle, würden sie die Leistung nicht bringen.

Gescheitert sind die Schwedinnen, weil sie einerseits zu viele Strafen bekamen (und die Schweizerinnen durch Alina Müller ­sowie Phoebe Staenz zwei Powerplaytore erzielten). Andererseits, weil einmal mehr im Schweizer Team Florence Schelling fast alles hielt. Die 28-jährige Torhüterin ist die Frau dahinter – nicht nur, was ihre Position auf dem Eisfeld betrifft, sondern auch in Bezug auf den Erfolg ihrer Equipe.

Schelling ist in dieser Sportart für die Schweiz eine Frau der ersten Stunde – zu Beginn sogar noch ein Mädchen. 2002, als 13-Jährige, absolvierte sie ihr erstes Länderspiel, gegen Österreich. 2006 trat sie zum ersten Mal bei Olympischen Spielen an, und seit Mittwoch ist sie die Frau mit den meisten Siegen unter den fünf Ringen. Neunmal führte sie die Schweiz zum Erfolg, in 17 Matchs. «Enorm entwickelt» habe sich das Schweizer Frauen-Eishockey seit ihrem Nationalteam-Debüt, sagt Schelling.

Das Geheimnis der Nummer 41

Sie hat bei den Frauen das geschafft, was noch kein Schweizer Goalie bei den Männern erreichte: Sie wurde zum MVP, zum wertvollsten Spieler, eines grossen Turniers gewählt. Diese Auszeichnung erhielt sie 2014 in Sotschi, wo sie mit ihren Paraden einen immens grossen Anteil an Bronze hatte. Auf die Spiele in Russland hatte sie sich in der Schweiz vorbereitet, beim EHC Bülach in der 1. Liga. Denn länger als vier Jahre darf man nicht College-Eishockey spielen, deshalb hatte sie Boston, wohin auch Alina Müller wechseln wird, 2013 ver­lassen müssen.

Aktuell spielt Schelling in der siebtgrössten Stadt Schwedens für Linköping, zusammen mit Lara Stalder. In der Universitätsstadt will sie im Juni ihren «Master of Business Administration» ­abschliessen. Was danach kommt, weiss sie noch nicht. Das will sie auch noch gar nicht ­wissen. «Ich konzentriere mich ganz auf das Jetzt.» Dieses Jetzt beinhaltet nicht nur, Pucks abzuwehren, sondern auch, in den sozialen Medien aktiv zu sein.

So hat sie nun in ihrem Blog das Geheimnis ihrer Dressnummer 41 gelüftet. Als sich die Schweiz in Peking mit einem 3:2 gegen China für das olympische Turnier in ­Turin 2006 qualifiziert habe, habe sie einen persönlichen Countdown begonnen. Er startete bei 453 Tagen. Am 31. Dezember 2005 habe sie erfahren, dass sie definitiv bei Olympia dabei sein würde – 41 Tage vor der Eröffnungsfeier. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.02.2018, 21:51 Uhr

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