So wird das Olympia-Wetter

Starke Winde zerzausen das Olympiaprogramm. Wie entwickelt sich das Wetter in Pyeongchang weiter? Wir haben nachgefragt.

Das sagt der FIS-Renndirektor zu den Wetterkapriolen an den Olympischen Winterspielen. (Video: Fabian Sanginés)

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Breaking News sind es nicht: Es ist kalt an den Olympischen Winterspielen. Doch die diesjährigen Spiele in Pyeongchang werden voraussichtlich die kältesten Olympiaden seit über 20 Jahren. Und die klirrende Kälte bläst den Athleten teilweise mit Windböen von bis zu 100 Kilometern pro Stunde entgegen.

Nach dem Ski-Abfahrtsrennen der Männer am Sonntag mussten die Organisatoren am heutigen Montag auch den Frauen-Riesenslalom wegen der starken Winde verschieben. Im Phoenix Snow Park waren die Winde zwar weniger stark, aber sorgten beim Slopestyle-Finale der Frauen dennoch für so absurde Bedingungen, dass es im ersten Lauf nur 5 der 25 Fahrerinnen sturzfrei ins Ziel schafften.

Reihenweise Stürze beim Slopestyle – ein Zusammenschnitt. (12. Februar 2018) Video: SRF/Tamedia

Meteorologin Denise Praloran von Meteo Schweiz hat für Tagesanzeiger.ch/Newsnet eine Prognose der nächsten Tage erstellt. Grundsätzlich sei das Wetter in Pyeongchang von einem umfangreichen Tiefdruckgebiet über der russischen Halbinsel Kamtschatka dominiert. Es ist dieses Tief, das kalte Luft und starke Winde auf die Koreanische Halbinsel trägt.

Der Höhepunkt kommt am Mittwoch

Bis Mittwoch ruhe das Tief an Ort und Stelle – und deswegen bleibe auch die Situation an den Olympischen Spielen grundsätzlich windig. An exponierten Stellen – wie zum Beispiel am Start eines Skirennens – erwartet Praloran bis Mittwoch Windböenspitzen zwischen 80 und 90 Kilometern pro Stunde. Am Dienstagmorgen (Ortszeit) sollen der Snowboard Halfpipe-Final der Frauen (2 Uhr MEZ) und die Ski Kombination der Männer (3.30 Uhr MEZ) stattfinden. Am Nachmittag folgt dann noch die Halfpipe-Qualifikation der Männer (5 Uhr MEZ).

Am Mittwochmorgen (Ortszeit) stehen der Slalom der Frauen (2.15 Uhr MEZ) sowie der Halfpipe-Final der Männer auf dem Programm (2.30 Uhr MEZ). Der zweite Lauf der Frauen startet am frühen Nachmittag (5.45 Uhr MEZ). Am späteren Nachmittag erreichen die Windböen voraussichtlich ihren Höhepunkt: «Gemäss unseren Modellen wird es an exponierten Stellen Böenspitzen zwischen 100 und 110 Kilometern pro Stunde geben.»

«Es sind die Winde, die einen Strich durch die Rechnung machen»

Das Tief schwächt sich voraussichtlich in der Nacht auf Donnerstag ab und zieht weiter östlich. «Dass die Rennen auf Donnerstag verschoben wurden, macht also durchaus Sinn», erklärt Praloran. Zusammen mit dem Tief sollten auch die Winde abschwächen – und vermutlich werde es auch einige Grad wärmer in Pyeongchang.

Probleme wegen Niederschlägen erwartet Praloran nicht. «Es sind hauptsächlich die Winde, die einen Strich durch die Rechnung der Organisatoren machen.»

Die kältesten Spiele seit 1994?

Mit Mindesttemperaturen von minus 20 Grad sind die Spiele in Südkorea auf Kurs, die kältesten seit den Spielen im norwegischen Lillehammer im Jahr 1994 zu werden. Allerdings sind solche Vergleiche keine exakte Wissenschaft, zumal die Spiele jeweils während mehrerer Tage an verschiedenen Orten ausgetragen werden.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.02.2018, 12:24 Uhr

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