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Peter Wright zum ersten Mal Darts-Weltmeister

Der 49 Jahre alte Schotte «Snakebite» setzt sich im Finale der Darts-WM in London gegen Titelverteidiger Michael van Gerwen durch.

SZ.de/dpa/sid
Peter Wright machte es zum Schluss doch noch einmal spannend. (Video: PDC Darts via Twitter)

Peter Wright hat sich bei der Darts-Weltmeisterschaft in London erstmals den Titel gesichert. Am Neujahrstag entthronte der 49 Jahre alte Schotte Vorjahressieger Michael van Gerwen dank eines 7:3 in einem hochklassigen Finale und nahm damit erfolgreich Revanche für die Niederlage gegen den Niederländer im WM-Endspiel von 2014. Für «Snakebite», wie Wright genannt wird, ist es der grösste Erfolg seiner bisherigen Laufbahn. Der Sieg im Alexandra Palace beschert dem Schotten nicht nur die 25 Kilogramm schwere Sid Waddell Trophy, sondern auch ein Preisgeld von 500'000 Pfund.

Wright beendete damit seine Misere gegen van Gerwen, dem er zuvor in neun Major-Finals immer unterlag. In der Weltrangliste verbessert sich der neue Weltmeister, dem am Mittwoch zahlreiche Aufnahmen mit der Maximalpunktzahl von 180 gelangen, auf Rang zwei.

Der vom Publikum gefeierte Herausforderer nahm nach drei starken Auftritten gegen Jeffrey de Zwaan (4:3), Luke Humphries (5:3) und Gerwyn Price (6:3) sein ganzes Selbstbewusstsein mit ins Finale und holte sich schnell eine Führung von 2:0-Sets. Der ruhige Silvesterabend («Film schauen im Hotel und schon vor Mitternacht einschlafen») schien dem Schotten zunächst gut getan zu haben. Bei DAZN kündigte er schon vor dem Match an: «Es spielt ein neuer Snakebite, der sehr glücklich mit seinen Darts ist. Ich bin bereit.»

Erst nach seinem Fehlstart und den zwei für Werbung genutzten Spielpausen legte van Gerwen eine mächtige Schippe drauf und knüpfte an sein gewohnt hohes Niveau an. Im dritten Set warf er eine starke Aufnahme nach der anderen, sein Average von 121,9 Punkten liess Wright keine Chance. Es entwickelte sich das erhoffte hochklassige Endspiel, bei dem sich der mutige Schotte nicht einschüchtern liess, obwohl van Gerwen zuweilen angsteinflössend brüllte und jubelte. Die so wichtige 3:1-Führung verpasste Wright nur um wenige Millimeter.

Das rasante Darts-Spektakel vor 3000 Zuschauern im «Ally Pally» entschädigte für viele Partien in den finalen Runden, die deutlicher ausgefallen waren als erwartet. Es ging hin und her: Wright warf sieben perfekte Darts und checkte mit beeindruckender Sicherheit aus, das zwischenzeitliche 4:2 mit 15 von 25 Doppeltreffern verblüffte nicht nur van Gerwen, sondern auch zahlreiche Experten. Dass Wright zuvor bereits 59 Partien gegen van Gerwen verloren hatte, war ihm nicht anzumerken.

«The Green Machine» kämpfte sich zwar noch einmal auf 3:4 heran, musste sich trotz ordentlicher Leistung aber dem vor allem in der Schlussphase herausragenden Wright geschlagen geben. «Peter Peter Wright Peter Wright Peter Peter Wright», tönte es in voller Lautstärke in der Arena im Norden Londons. Dauersieger van Gerwen war schon bei seinem Einlauf ausgepfiffen worden.

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