Sieger Cancellara: «Ich wusste, was ich zu tun hatte»

Der Berner Fabian Cancellara startete als Hauptfavorit in die Flandern-Rundfahrt – und konnte diese Rolle mit seinem zweiten grossen Sieg mit einer Machtdemonstration bestätigen.

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Ein Jahr nach seinem Schlüsselbeinbruch kehrte Fabian Cancellara beim prestigeträchtigsten Eintagesrennen in Belgien auf die höchste Stufe des Siegerpodests zurück. «Es ist unglaublich. Vor einem Jahr war ich am Boden. Dann hatte ich ein schweres Jahr und einen schweren Winter, wo ich oft weg von der Famlie war. Und jetzt gewinne ich die neue Flandern-Rundfahrt», sagte der Berner im Siegerinterview und gegenüber SRF. Er hielt aber auch fest: «Ich wusste, was ich zu tun hatte. Das Ziel war ganz klar: Als erster durchs Ziel fahren.» Der 32-Jährige vom Team Radioshack siegte bereits zum fünften Mal bei einem der grossen Radsport-Klassiker. Für die Schweiz ist es der dritte Sieg bei der Flandern-Rundfahrt: Vor 90 Jahren hatte Heiri Suter in Belgien triumphiert.

Als der Anstieg am Oude Kwaremont das letzte Mal bewältigt werden musste, lancierte Cancellara eine erste Attacke, und Peter Sagan konnte dem Berner als Einziger folgen. «Ich hatte während der asphaltierten Aufstiege mehr Mühe als bei jenen mit Kopfsteinpflaster», meinte Cancellara. Danach schlossen die beiden zum Belgier Jürgen Roelandts, dem letzten Verbliebenen einer kleinen Ausreissergruppe, auf.

Schrecksekunde für Cancellara

Cancellara und Sagan, die beiden Kronfavoriten, arbeiteten in der Folge zunächst zusammen, ehe der Schweizer am Patersberg, 14 km vor dem Ziel, seine beiden letzten Konkurrenten letztlich entscheidend zu distanzieren vermochte. «Ich sah all die Schweizer Fahnen, und das Kopfsteinpflaster liegt mir einfach. So habe ich es geschafft», erklärte Cancellara nach dem Rennen. Der Vorsprung des Berners wuchs nach dem 17. und letzten Anstieg rasch auf eine halbe Minute an. Im Ziel wies Cancellara gar einen Vorsprung von 1:26 Minuten auf den zweitplatzierten Slowaken Sagan auf, der sich im Finish gegen Roelandts durchzusetzen vermochte.

54 km vor dem Ziel war Cancellara zwar durch einen Defekt kurzzeitig gestoppt worden, der Zwischenfall blieb für den Schweizer jedoch ohne gravierende Auswirkungen bezüglich des weiteren Rennverlaufs. Er schien schon bald wieder an der Spitze des Feldes auf, ehe er zu seinen unwiderstehlichen Attacken ansetzte. «Ich konnte die Zieleinfahrt richtig geniessen. Und dann ist ja auch meine Familie da. Ich freue mich auf ein feines Essen heute Abend an Ostern», freute sich Cancellara auf den weiteren Verlauf des für ihn so erfolgreichen Tages.

Boonen fällt nach Sturz aus

Für den letztjährigen Sieger Tom Boonen war das Rennen bereits nach 19 km nach einem Sturz vorbei. Der 32-jährige Lokalmatador liess sich zunächst behandeln, gab das Rennen wenig später jedoch auf. Knochenbrüche soll der dreifache Sieger der Flandern-Rundfahrt nicht erlitten haben, er fällt jedoch für Paris–Roubaix vom kommenden Sonntag aus.

97. Flandern-Rundfahrt, Brügge–Oudenaarde (256 km):
1. Fabian Cancellara (Sz) 6:06:01. 2. Peter Sagan (Slk) 1:27 zurück. 3. Jürgen Roelandts (Be) 1:29. 4. Alexander Kristoff (No) 1:39. 5. Matthieu Ladagnous (Fr). 6. Heinrich Haussler (Au). 7. Greg van Avermaet (Be). 8. Sébastien Turgot (Fr). 9. John Degenkolb (De). 10. Sebastian Langeveld (Ho), alle gleiche Zeit. – Ferner: 32. Michael Schär (Sz) 2:49. 33. Martin Elmiger (Sz). 42. Grégory Rast (Sz), beide gleiche Zeit.
(rs/fal/si)

Erstellt: 31.03.2013, 10:59 Uhr

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