«Die ersten Tage waren hart»

Radstar trifft Radstar – Weltmeister Mark Cavendish stellt sich an den Sixdays im Hallenstadion den Fragen von Olympiaheld Franco Marvulli.

«Ich will den Sieg in Zürich»: Mark Cavendish im Interview mit Franco Marvulli.
Video: Sebastian Rieder

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Die Zeit ist knapp und die gute Laune von Mark Cavendish nicht von langer Dauer. Er geniesst zwar das Rampenlicht, ausführliche Interviews scheut der britische Star aber. Auch an diesem Freitagabend im Hallenstadion hält sich seine Begeisterung gegenüber fremden Kameras in Grenzen. Wie verwandelt wirkt der 29-jährige Sprinter, wenn ihm jedoch Franco Marvulli das Mikrofon unter die Nase hält. Im Gespräch mit der ehemaligen Bahnlegende öffnet Cavendish sogar seine Kabine im Hallenstadion. «Ich will den Sieg in Zürich», gibt sich Cavendish unbescheiden; auch wenn «die ersten Tage hart waren».

Argumente hat der Mann von der Isle of Man zuhauf, als zweifacher Weltmeister im Madison (2005, 2008) hat er nicht nur Bahnlegende Marvulli (Olympiasilber 2004) einige Male hinter sich gelassen, die Erfolge auf der Holzbahn waren auch der Anfang einer unvergleichlichen Karriere auf der Strasse. 25 Etappensiege an der Tour de France (2008 bis 2013) sprechen eine deutliche Sprache. Dieses Jahr brachte ihm die Tour allerdings kein Glück. Bereits in der ersten Etappe zog er sich nach einem Sturz eine Verrenkung in der Schulter und mehrere Bänderrisse zu.

Zürich dient Cavendish wegen der misslungenen Saison als Einstieg ins neue Jahr. Nach Platz 2 in Gent vor einer Woche, könnte er nun an der Seite des Belgiers Iljo Keisse zur grossen Figur im Hallenstadion werden. Die Ausgangslage vor dem vierten und letzten Abend bei den Jubiläums-Sixdays ist zumindest vielversprechend: Cavendish/Keisse führen zusammen mit dem belgischen Duo Kenny de Ketele/Jasper De Buyst – rundengleich und mit je 180 Punkten. Auf Rang 3 folgt Vorjahressieger Silvan Dillier. Der 24-jährige Aargauer befindet sich an der Seite von Leif Lampater (De) ebenfalls noch in der Nullrunde und hat nach wie vor gute Chancen auf dem Gesamtsieg.

Dillier muss Führung abgeben

De Ketele/De Buyst und Cavendish/Keisse verdienten sich die Führung mit einem starken Auftritt in der grossen Jagdprüfung. Die belgische Allianz lancierte zum richtigen Zeitpunkt einen Angriff und konnte in den Schlussminuten den entscheidenden Rundengewinn herausfahren. Die bis dahin in Führung gelegenen Dillier/Lampater fuhren ein sehr offensives Rennen und verbrauchten dadurch viel Kraft. Genau diese fehlte ihnen am Schluss, als ihre Konkurrenz zum grossen Angriff blies.

Bereits vor der zweiten Hauptprüfung brachte Marguet das Publikum im Zürcher Wädlitempel zum kochen. Der Showman stellte beim Rundenzeitfahren einen Weltrekord auf. Mit 9,755 Sekunden über 200 Meter (73,808 km/h) verbesserte der 27-jährige Westschweizer seine eigene Bestmarke aus dem Vorjahr um acht Hundertstel. Marguet liegt mit seinem deutschen Partner Marcel Kalz vor dem letzten Abend mit einer Runde Rückstand auf Rang 6.

Starkes Comeback von Imhof

Einen Achtungserfolg feierte das junge Schweizer Team Claudio Imhof/Gaël Suter. Sie gewannen zum Auftakt des dritten Renntages die kleine Américaine. Für Imhof muss sich der Sieg wie ein grosser Befreiungsschlag angefühlt haben. Der 24-jährige Thurgauer und ehemaliger Junioren-Europameister bekundete in jüngster Vergangenheit grosses Pech. Wegen Krankheit und diversen Verletzungen musste er bei den letzten drei Austragungen der Zürcher Sixjours jeweils Forfait geben. Nun hat er bei seinem Comeback im Hallenstadion ein starkes Ausrufezeichen gesetzt und konnte an der Seite des 22-jährigen Suters den Sieg in einer Hauptprüfung einfahren. Zweiter wurde das deutsch-dänische Gespann Roger Kluge/Jesper Mörköv, das wie Imhof/Suter in der Gesamtwertung weit zurück liegt.

Das Memorial-Ueli-Luginbühl der Steher entschied der Schweizer Mario Birrer mit seinem deutschen Schrittmacher Helmut Baur für sich. Beide stehen in Zürich nach etlichen Jahren zum letzten Mal am Start. Die Gesamtführung übernahm der Holländer Patrick Kos mit seinem Vater René als Schrittmacher, gefolgt vom Schweizer Meister Giuseppe Atzeni (Mathias Luginbühl).

Bei den Amateuren feierten die Dänen Simon Bigum/Elias Helleskov ihren zweiten Etappensieg und liegen nun punktgleich mit den Italienern Matteo Alban/Riccardo Donato an der Spitze der Gesamtwertung.

Sixday-Nights.

Grosse Américaine (40 Minuten): 1. Mark Cavendish/Iljo Keisse (Gb/Be), 20 Punkte. 2. Kenny De Ketele/Jasper De Buyst (Be), 12. 3. eine Runde zurück: Tristan Marguet/Marcel Kalz (Sz/De), 10. 4. David Muntaner/Albert Torres (Sp), 8. 5. Alex Rasmussen/Marc Hester (Dä), 6. 6. Silvan Dillier/Leif Lampater (Sz/De), 4. - Ferner: 9. zwei Runden zurück: Grasmann/Freuler, 0. 12. Imhof/Suter, 0.

Kleine Américaine (25 Minuten): 1. Imhof/Suter, 20. 2. Roger Kluge/Jesper Mörköv (De/Dä), 12. 3. eine Runde zurück: Cavendish/Keisse, 10. 4. Muntaner/Torres, 8. 5. Dillier/Lampater, 6. 6. De Ketele/De Buyst (Be), 4. 7. Marguet/Kalz, 0. 8. Grasmann/Freuler, 0.

Gesamtwertung nach der dritten Nacht: 1. De Ketele/De Buyst, 180. 2. Cavendish/Keisse, 180. 3. Dillier/Lampater, 173. 4. eine Runde zurück: Muntaner/Torres, 164. 5. Rasmussen/Hester, 153. 6. Marguet/Kalz, 149. - Ferner: 8. fünf Runden zurück: Imhof/Suter (Sz), 77. 10. sechs Runden zurück: Grasmann/Freuler, 63. - Bemerkung: 100 Punkte werden mit einer Bonusrunde belohnt.

Steher. 3. Etappe: 1. Mario Birrer (Sz, Schrittmacher Helmut Baur/De). 2. Patrick Kos (Ho, René Kos/Ho). 3. Giuseppe Atzeni (Sz, André Dippel/De). - Gesamtwertung: 1. Kos, 7 Rangpunkte. 2. Atzeni, 8. 3. Birrer, 9.

Amateure. 3. Etappe: 1. Simon Bigum/Elias Helleskov (Dä), 10. 2. Matteo Alban/Riccardo Donato (It), 8. 3. Joseph Berlin/Thomas Greco (Fr), 5. 4. Pascal Dieterich/Stefan Schneider (Sz/De), 4. - Gesamtwertung: 1. Bigum/Helleskov, 28 Punkte. 2. Alban/Donato, 28. 3. Dieterich/Schneider, 13.

Erstellt: 29.11.2014, 03:22 Uhr

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