Etappe an Martin – Tour wohl an Froome

Christopher Froome bindet die Konkurrenz in der Tour de France weiter zurück. Der Leader klassiert sich im Zeitfahren zum Mont-Saint-Michel nur zwölf Sekunden hinter Sieger Tony Martin auf Platz 2.

Grosser Schritt in Richtung Toursieg: Chris Froome bindet im ersten Zeitfahren die Konkurrenz brutal zurück.

Grosser Schritt in Richtung Toursieg: Chris Froome bindet im ersten Zeitfahren die Konkurrenz brutal zurück. Bild: Keystone

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Im Gesamtklassement verdreifachte Christopher Froome den Vorsprung auf die ersten Verfolger beinahe. Der zweitklassierte Spanier Alejandro Valverde liegt nun bereits 3:25 Minuten hinter dem Briten zurück. Dahinter folgen der Holländer Bauke Mollema (3:37 zurück), der Spanier Alberto Contador (3:54) und der Tscheche Roman Kreuziger (3:57).

Nach aktuellem Stand scheint keiner der Konkurrenten in der Lage zu sein, Froome am Gesamtsieg in der Jubiläums-Tour zu hindern – umso mehr, weil in der letzten Woche noch einmal ein Einzelzeitfahren im Programm steht. Für viele ist die 100. Tour punkto Gesamtsieg bereits gelaufen.

Den Sturz gut verdaut

Auf der 33 km langen Zeitfahr-Strecke durch den Nordwesten Frankreichs konnte nicht unerwartet der Deutsche Tony Martin den unangefochtenen Leader am Tagessieg hindern. Der als Topfavorit gestartete Weltmeister im Kampf gegen die Uhr lag bei den beiden Zwischenzeiten zwar jeweils ganz knapp hinter Froome, auf den letzten Kilometern überholte er den Captain des Sky-Teams aber noch.

Martin scheint die Folgen seines Sturzes in der 1. Etappe gut verdaut zu haben. Er ist nun seit elf Zeitfahren ungeschlagen und nach dem Berner Fabian Cancellara erst der zweite Fahrer, der als Zeitfahr-Weltmeister auch den (ersten) Kampf gegen die Uhr an der Tour de France für sich entscheiden kann. Die beiden im Rennen verbliebenen Schweizer spielten im Zeitfahren wie erwartet keine Rolle. Steve Morabito zeigte jedoch eine gute Leistung und klassierte sich mit einem Rückstand von 2:57 Minuten auf Platz 40. Michael Albasini wurde 105. (4:30 zurück).

Am Donnerstag folgt wieder ein Teilstück für die Sprinter. Vom Start in Fougères bis ins Ziel in Tours haben die Profis in der 12. Etappe 218 mehrheitlich flache Kilometer zu absolvieren.

Die Urin-Attacke auf Cavendish

Ein unappetitlicher Zwischenfall überschattete das Zeitfahren. Der Brite Mark Cavendish wird auf der Strecke Opfer einer Urin-Attacke. Es wird vermutet, dass die üble Tat im Zusammenhang mit dem Sturz im Endspurt der zehnten Etappe am Vortag in Saint-Malo steht. Dort war Cavendish kurz vor dem Ziel mit dem Holländer Tom Veelers zusammengestossen und hatte diesen zu Fall gebracht. Die Rennjury hatte den 28-jährigen von der Isle of Man jedoch von jeder Schuld freigesprochen.

«Es ist schade, ich dachte Radsportfans seien Gentlemen und enthusiastisch», erklärte der ehemalige Weltmeister Cavendish, der ob der Attacke «eher traurig als verärgert» sei. Sein Quick-Step-Teamkollege Jerôme Pineau nannte den Zwischenfall «beschämend». Via Twitter erklärte der Franzose: «Das ist ein Skandal.»

Hier geht es zu den Resultaten der offiziellen Tour-Homepage.

(fal/si)

Erstellt: 10.07.2013, 14:05 Uhr

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