Fahrer der Tour de France leben länger

Eine neue Studie belegt: Französische Topradfahrer leben sechs Jahre länger als der Durchschnittsfranzose.

Ein Champion mit Ausstrahlung: Bernard Hinault gewann die Tour de France fünfmal und begeistert das französische Volk mit seinem Charme.

Ein Champion mit Ausstrahlung: Bernard Hinault gewann die Tour de France fünfmal und begeistert das französische Volk mit seinem Charme. Bild: Keystone

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Das Leben eines Spitzenradfahrers ist kein Wohlfühlprogramm: Trainiert er nicht täglich mehrere Stunden, strampelt er irgendwo auf der Welt entsprechend viele Rennkilometer ab – und kämpft dabei gegen sich, die Gegner und immer wieder extremes Klima. Inzwischen ist ein ständiger Verdacht hinzugekommen, diese Strapazen ohnehin nur mit unerlaubten Mitteln zu erreichen. Das Image der Pedaleure ist in bestimmten Ländern folglich sehr bescheiden. Da kommt eine aktuelle Studie eines französischen Kardiologenteams der Descartes-Universität in Paris gerade rechtzeitig: Dieses untersuchte die (Lebens-)Daten aller Franzosen, welche zwischen 1947 und 2012 an der Tour de France partizipiert hatten. Das sind 786 Fahrer. Daten ausländischer Athleten standen den Medizinern nicht zur Verfügung.

Die Wissenschaftler kamen zu einer überraschenden Konklusion: Französische Tour-de-France-Teilnehmer leben länger als Durchschnittsfranzosen. 208 dieser Helden der Landstrassen sind mittlerweile gestorben. Sie wurden in der Zeitspanne zwischen 1947 und 1951 im Schnitt sechs Jahre älter als ihre normalen, gleichaltrigen Landsmänner. Die Mortalität aller französischer Fahrer sank im Vergleich zum französischen Normalbürger um 41 Prozent. Besonders auffallend sind zwei Zahlen: Die Fahrer weisen ein 33 Prozent geringeres Risiko auf, an einem Herzkreislaufproblem zu sterben. Gar um 44 Prozent niedriger ist bei ihnen das Risiko, wegen Krebs aus dem Leben zu scheiden.

Erstaunliche Resultate

Studienleiter Xavier Jouven staunte über diese Ergebnisse. «Wir hätten gedacht, die Fahrer würden schlechter als die Durchschnittsbürger abschneiden», sagte er. Warum die Radprofis länger leb(t)en, kann Jouven nicht sagen. Er vermutet, dass sie ihr ganzes Leben gesünder als die Mehrheit der französischen Männer verbringen. Und dass die Einnahme von Dopingmitteln über eine bestimmte Zeitspanne wohl keine Lebensverkürzung verursache. Soll folglich keiner mehr behaupten, Ausdauerspitzensport sei ungesund und der Ruf der Radprofis nur mies. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.09.2013, 16:25 Uhr

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