Schurter schaut nach Rio

Der Mountainbiker will sich schon dieses Jahr für Olympia qualifizieren. Am Sonntag startet er in die Weltcupsaison.

Mission Gold: Schurter gehört nächstes Jahr in Brasilien zu den Titelkandidaten.

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Via Google Maps schaut Nino Schurter regelmässig zum rechten. Wie kontinuierlich der Online-Kartendienst sein Bildmaterial erneuert, hat der Bündner in den vergangenen Monaten realisiert. Regelmässig ruft er auf seinem Computer jenen Kartenausschnitt auf, der ein Gebiet am Rande von Rio de Janeiro zeigt: da, wo derzeit die Mountainbikestrecke für die Olympischen Spiele im kommenden Sommer gebaut wird.

Jenes Rennen peilt Schurter an, er verfolgt dieses mit einem klaren Ziel. Nach Bronze 2008 und Silber 2012 soll als Karrierehöhepunkt Olympiagold folgen. Wobei es nicht so ist, dass seine Laufbahn bislang rar an Highlights gewesen wäre. Seit 2009 gewann er je drei Mal den WM-Titel und den Gesamtweltcup. Ob seiner dominanten Stellung im Cross Country konnte er es sich vorige Saison leisten, temporär auf die Strasse zu wechseln. An der Tour de Romandie und Suisse schaute er, ob ein Disziplinenwechsel eine Option für nach Olympia sein könnte.

Vorerst gilt aber wieder seine ganze Konzentration dem Kerngeschäft. Am Wochenende startet der Weltcup (zu sehen auf redbull.tv) im tschechischen Nove Mesto, mit Schurter als grossem Favoriten. Die letzten drei Rennen auf diesem Parcours hat er gewonnen. Er gibt sich entspannt vor dem Auftakt, hat auch allen Grund dazu: Die Vorbereitungsrennen hat er bis auf eine Ausnahme alle gewonnen. «Sein Plan scheint wie immer ziemlich gut aufzugehen», konstatiert auch sein Teamchef Thomas Frischknecht.

Optimierung der Maximalkraft

Mit 29 weiss er mittlerweile auch sehr genau, was ihm hilft, weiterbringt. So bleibt das Training im Kraftraum wichtig in seinem Aufbau, jedenfalls wichtiger als bei vielen Konkurrenten. Da hat sich Schurter seine enorme Explosivität antrainiert, die er im direkten Duell oft zu seinem Vorteil nützt. Auf dieses Jahr hin erhöhte er die Hantelgewichte, fokussierte auf die Optimierung seiner Maximalkraft. Denn: «Ich habe mein Level erreicht. Mehr Muskelmasse will ich nicht aufbauen.» Auch bei den Bikern zählt bergauf jedes Gramm.

Kennt er überhaupt Zweifel? «Manchmal gibt es die schon, gerade wenn ich im Training einen schlechten Tag hatte. Aber wenn ich mein Programm durchgezogen habe, gesund bin, weiss ich aus Erfahrung, was ich drauf habe. Dazu kommt das Selbstbewusstsein, dass ich das auch abrufen kann», sagt Schurter. Dieses Jahr soll das vor allem bei den Weltcups in Mount St. Anne und Val di Sole klappen, ein Top-5-Ergebnis da bedeutet die Olympiaqualifikation – kann aber keine echte Herausforderung für einen Nino Schurter sein.

Alles heisser und feuchter

Diese folgt dann erst nächsten Sommer in Rio. Herangetastet an diese hat er sich mit dem Nationalteam bereits im Herbst, als man die Region während zwei Wochen erkundete, die touristischen Highlights der Stadt abhakte, um dann bei Olympia sich aufs Wesentliche konzentrieren zu können. «Das war ein super Trip», sagt Schurter, Bilder der Kokosnuss schlürfenden Schweizer Biker zeugten davon.

Von der Bikestrecke war damals zwar noch nichts zu sehen, «aber wir kriegten ein Gefühl für den Ort, die Hügel dort, wie gross sie sind». Er erwartet eine komplett künstlich angelegte Strecke, ähnlich wie 2012 in London – «einfach heisser und feuchter». Diesen Herbst wird er erneut hinreisen – für den Testevent. Eine fertige Strecke erwartet Schurter bis dahin nicht, was ihn nicht beunruhigt. Schliesslich gibt es ja Google Maps. ​Link (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.05.2015, 11:03 Uhr

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