Valverde gewinnt Etappe – Wiggins steht vor Tour-Triumph

Alejandro Valverde gewinnt solo die 17. Etappe von Bagnères-de-Luchon nach Peyragudes. 18 Sekunden hinter dem Spanier folgten der Gesamtzweite Chris Froome und Tour-Leader Bradley Wiggins.

Feiner Erfolg in der Nähe seiner Heimat: Der Spanier Alejandro Valverde gewinnt die 17. Etappe der Tour de France.

Feiner Erfolg in der Nähe seiner Heimat: Der Spanier Alejandro Valverde gewinnt die 17. Etappe der Tour de France. Bild: Keystone

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Nichts scheint Bradley Wiggins mehr aufhalten zu können, seine erste grosse Rundfahrt zu gewinnen. Der dreifache Bahn-Olympiasieger war zwar am viertletzten Tour-Tag von Bagnères-de-Luchon nach Peyragudes nicht der stärkste Fahrer unter den Gesamtersten. Weil aber Christopher Froome, ein in Kenia geborener Landsmann, wie Wiggins ebenfalls für das Team Sky fährt, hatte dies keine Konsequenzen für den Leader.

Dem horrenden Tempo-Diktat von Froome war im Schlussaufstieg kein Konkurrent gewachsen. Dass Cadel Evans nicht mithalten konnte, durfte nach seiner Schwäche am Vortag nicht überraschen. Der Vorjahressieger aus Australien büsste auch am Donnerstag weitere zwei Minuten ein. Schon eher überraschend kam, dass mit Vincenzo Nibali («Ich war nicht in der Form meines Lebens. Das ist etwas enttäuschend.») auch der Gesamtdritte nicht folgen konnte. Der Italiener musste 3 km vor dem Ziel abreissen lassen. Als der Gesamtzweite Froome die Pace sogar nochmals steigerte, drohte gar Leader Wiggins zurückzufallen. «Ich sah, dass Nibali Probleme hatte und wollte losfahren», sagte Froome. Doch der Edelhelfer musste das Tempo drosseln und sich an die Stallorder halten.

Die Reihenfolge ist klar

So bleibt Wiggins nach der letzten Pyrenäen-Etappe unangefochten Gesamtleader mit weiterhin 2:05 Minuten Vorsprung vor Froome. Dritter bleibt Nibali (nun 2:41 zurück). Der letzte Herausforderer des britischen Sky-Duos verfügte erstmals über keine guten Beine. Mit 18 Sekunden hielt sich Nibalis Zeitverlust auf Wiggins und Froome letztlich in engen Grenzen. Das Podest der 99. Tour de France scheint damit vor den letzten drei Etappen «zementiert».

Das Teilstück am Freitag von Blagnac nach Brive-la-Gaillarde (222,5 km) und dasjenige am Sonntag von Rambouillet nach Paris auf die Champs-Elysées (120 km) beinhalten keine Schwierigkeiten mehr, die an der Spitze für Veränderungen sorgen könnten. Vielmehr sind auf diesen zwei Etappen die Sprinter zu favorisieren. Am Samstag steht das zweite Einzelzeitfahren auf dem Programm, das über 53,5 km von Bonneval nach Chartres führt. Grosser Favorit auf den Tagessieg ist dabei Wiggins, der beste Zeitfahrer im Feld. Der 32-jährige Brite hatte vor elf Tagen die ähnlich gelagerte Prüfung über 41,5 km nach Besançon souverän vor Froome und Fabian Cancellara gewonnen und dabei den Grundstein zu seinem ersten Tour-Gesamterfolg gelegt. Wiggins hatte heuer bereits in der Tour de Romandie, bei Paris - Nizza und im Dauphiné triumphiert.

Valverde als Profiteur

Grosser Profiteur der Stallorder von Sky war Alejandro Valverde, der am Ende nur noch 18 Sekunden vor Froome und Wiggins lag. Hätte Froome auf den letzten zweieinhalb km zufahren dürfen, so hätte er sehr wahrscheinlich zum 32-jährigen Spanier aufschliessen und diesem den Etappensieg streitig machen können. So hingegen durfte sich Valverde, der sich am vorletzten Anstieg der nur 143,5 km langen Etappe von den anderen Fahrern der Fluchtgruppe verabschiedet hatte, über seinen vierten Teilerfolg an der Tour de France freuen. Der Vuelta-Gesamtsieger von 2009 war bei den letzten drei Austragungen in Frankreich nie mehr am Start gewesen. Dies wegen seiner Verwicklung in den Dopingskandal um den Arzt Eufemiano Fuentes.

Voeckler bester Kletterer

Bereits vorzeitig als Sieger des Bergpreis-Trikots steht Thomas Voeckler fest. Der Publikumsliebling aus dem Elsass sammelte auf der letzten Berg-Etappe nach Peyragudes genügend Punkte. Er liess im direkten Duell Fredrik Kessiakoff, der ebenfalls der Ausreissergruppe angehört hatte, keine Chance. Voeckler setzte sich am Col de Menté, am Col des Ares, an der Côte de Burs und am Port de Balès jeweils im Sprint um die Bergpunkte gegen den Schweden durch und baute seinen Vorsprung damit uneinholbar aus.

Der 33-Jährige reiht sich mit seinem Triumph in die Tradition französischer Bergspezialisten ein. Rekordsieger ist Richard Virenque mit sieben Triumphen. (fal/si)

Erstellt: 19.07.2012, 13:04 Uhr

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