Rominger bestreitet Geschäftsbeziehung mit Doping-Arzt Ferrari

Die italienische Justiz ermittelt offenbar gegen die Firma des ehemaligen Radprofis Tony Rominger. Dieser bestreitet aber, dass zwischen ihm und dem Doping-Arzt von Lance Armstrong Geld geflossen sei.

Dubiose Bande: Tony Rominger betreute Dopingsünder wie Alberto Contador und Alexander Winokourow. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Tony Rominger Management GmbH, ein Unternehmen des ehemaligen Schweizer Radprofis Tony Rominger, ist gemäss mehreren Westschweizer Zeitungen in die aus Italien geführten Ermittlungen rund um Doping, Steuerhinterziehung und Geldwäscherei geraten.

Eine Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft von Padua zielt offenbar darauf ab, das Tätigkeitsfeld des berüchtigten Sportarztes Michele Ferrari zu durchleuchten. Die Spuren führen gemäss Zeitungsberichten unter anderem zu Romingers Sportmanagement-Agentur. So seien zwischen Ferrari und Rominger namhafte Geldsummen verschoben worden. Die Firma «Tony Rominger Management», die 2011 von Neuenburg nach Baar dislozierte, soll als Schaltwerk gedient haben.

Rominger bestreitet

Rominger bestreitet die Vorwürfe in einer Medienmitteilung vehement. Eine Geschäftsbeziehung, «bei denen (...) Geldtransfers hätten vorkommen können», habe zwischen den beiden Parteien nie existiert. Tony Rominger habe zudem schon seit mehreren Jahren keinen persönlichen Kontakt mehr zu Michele Ferrari unterhalten. Er sei zudem im Vorfeld niemals wegen eines strafrechtlichen, zivilrechtlichen oder verwaltungsrechtlichen Verfahrens weder von Schweizer noch von italienischen Justizbehörden im Zusammenhang mit solchen Anschuldigungen kontaktiert oder zu einem Prozess vorgeladen worden.

Rominger hatte aber in seiner Aktivzeit Kontakte zu Ferrari gepflegt. Er hatte dabei Doping stets abgestritten und betont, dass er sich vom umstrittenen Mediziner lediglich Trainingspläne habe gestalten lassen. Als Manager betreute Rominger unter anderen Alberto Contador und Alexander Winokourow, die später wegen Dopingverstössen bereits gesperrt wurden.

Geldtransfer zwischen Armstrong und Ferrari

Laut den Ermittlungen der amerikanischen Anti-Doping-Behörden lief ein Teil der Gelder, die Lance Armstrong Ferrari für dessen Dienste bezahlte, über eine 1996 in Hauterive NE gegründete Firma, die Health & Performance SA. In den Büchern der Firma fanden die amerikanischen Ermittler Belege für Zahlungen von mindestens 735'000 Dollar von Armstrong an Ferrari, die über das Konto der Health & Performance SA liefen.

Recherchen des Schweizer «Beobachters» ergaben, dass der Firmensitz wohl nicht ganz zufällig im Vorort von Neuenburg lag. Gegründet wurde die Health & Performance SA am 23. Februar 1996 von drei Angestellten der Sportmarketingfirma International Management Group (IMG), dem Schweizer Ableger des weltweit grössten Sportvermarkters. Das Domizil der Health & Performance befand sich praktischerweise an der gleichen Adresse wie die IMG Schweiz AG, am Chemin des Jardillets 18 in Hauterive.

Ferrari als Hauptaktionär

Dem Schweizer «Beobachter» liegt ein Protokoll der Generalversammlung der Health & Performance SA vom 27. Oktober 1997 vor. In diesem sei ein interessanter Wechsel im Aktionariat vermerkt: Verwaltungsratspräsident Laurent Magne, der vorher 98 Prozent der Aktien hatte, reduzierte seinen Anteil auf ein Prozent. Die beiden anderen IMG-Angestellten, die beide je eine Aktie à 1000 Franken besessen hatten, verkauften ihre Anteile. Neuer Hauptaktionär und damit faktisch Besitzer der Health & Performance SA wurde – Michele Ferrari, auch Dottore Epo genannt. (mw/si)

Erstellt: 27.10.2012, 21:04 Uhr

Bildstrecke

Lance Armstrong – Bilder einer Karriere

Lance Armstrong – Bilder einer Karriere Vom jungen Weltmeister zum Geächteten.

Artikel zum Thema

Amstrongs Titel werden nicht neu vergeben

Der Rad-Weltverband UCI hat beschlossen, die von Lance Armstrong gewonnenen Titel nicht neu zu vergeben. Zudem befasst sich eine externe Kommission mit den Vorwürfen gegen die UCI. Mehr...

Eine Ohrfeige und ein verdächtiger Helfer für Armstrong

Der britische Radstar Mark Cavendish wirft Lance Armstrong vor, den Sportsgeist mit Füssen zu treten. Der fünffache Tour-de-France-Sieger Miguel Indurain stärkt dem Dopingsünder den Rücken. Mehr...

Der Tätowierer, der Armstrongs Sturz auslöste

Hintergrund Weil er Lance Armstrong bewunderte, beschloss Kayle Leogrande, Radprofi zu werden. Ein Entscheid mit schweren Folgen für sein inzwischen tief gefallenes Vorbild. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Grösste Wallfahrt der Welt: Eine Frau ruht sich während der jährlichen Pilgerfahrt zu Ehren der Jungfrau von Guadalupe in Mexico City aus. (11. Dezember 2018)
(Bild: Carlos Jasso) Mehr...