Voecklers grosser Sieg – Wiggins' gute Form

Wie vor einer Woche in Bellegarde gewinnt Thomas Voeckler auch die Königsetappe von Pau nach Bagnères-de-Luchon. Bradley Wiggins bleibt ungefährdeter Leader der Tour de France.

Und noch ein grosser Etappensieg: Thomas Voeckler gewinnt die harte Etappe in den Pyrenäen.

Und noch ein grosser Etappensieg: Thomas Voeckler gewinnt die harte Etappe in den Pyrenäen. Bild: Reuters

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Bradley Wiggins zeigte auch in der 16. Etappe der Tour de France keine Schwäche. Den einzigen ernst zunehmenden Angriff lancierte der Italiener Vincenzo Nibali am letzten Aufstieg zum Col de Peyresourde. Doch der Brite schloss - auch dank der Hilfe seines Landsmanns und Edelhelfers Christopher Froome - rasch wieder zum Gesamtdritten auf. Die Abstände der ersten drei im Overall-Ranking blieben damit unverändert: Wiggins führt nach wie vor mit 2:05 Minuten Vorsprung vor Froome und 2:23 Minuten vor Nibali. Dieser sorgte mit seinem Angriff im Schlussaufstieg aber dafür, dass die schon zuvor klein gewordene Gruppe der Gesamtersten völlig auseinanderfiel. Der Tour-Vierte Jurgen van den Broeck aus Belgien liegt nun bereits fast sechs Minuten hinter Wiggins zurück.

Als grossen Verlierer des Tages gilt es Cadel Evans zu nennen. Der Australier büsste fast fünf Minuten auf das Top-Trio ein und fiel vom 4. in den 7. Gesamtrang zurück. Der Vorjahressieger muss vier Tage vor der Ankunft auf den Champs-Elysées seine Hoffnungen auf einen neuerlichen Triumph in der Rundfahrt endgültig begraben. Evans hatte schon am Col d'Aspin, dem zweitletzten Hindernis des Tages, den Anschluss verloren. In der Abfahrt fand er dank der Unterstützung mehrerer Teamkollegen wieder Unterschlupf in der Gruppe um Wiggins. Doch am Col de Peyresourde wurde der Australier schon früh (und vor Nibalis Angriff) wieder abgehängt.

Wieder Voeckler

Wie schon vor zwei Jahren hiess der Sieger in Bagnères-de-Luchon erneut Thomas Voeckler. Der 33-jährige Elsässer kam gestern zu seinem bereits vierte Etappensieg in der Tour nach den Triumphen in Perpignan (2009) und in Bellegarde-sur-Valserine (vor Wochenfrist in der 10. Etappe). Und es war ein Triumph in grossem Stil. Nachdem sich früh 38 Fahrer aus dem Feld abgesetzt hatten und zusammen über den Col d'Aubisque fuhren, fielen am danach folgenden Tourmalet - mit 2115 m über Meer dem Dach der Tour 2012 - immer mehr Fahrer zurück. An der Spitze verblieben schliesslich nur noch Voeckler und sein Landsmann Brice Feillu. Dieser konnte jedoch im letzten Aufstieg Voeckler ebenfalls nicht mehr folgen, der letztlich mit mehr als eineinhalb Minuten Vorsprung vor dem zweitklassierten Dänen Chris Anker Sörensen in Bagnères-de-Luchon einfuhr und ausgiebig Zeit zum Jubeln hatte.

«Ich habe Aufstieg um Aufstieg genommen. Für mich waren es heute wie vier Rennen in einem. Von einem solchen Etappensieg in den Pyrenäen habe ich schon als Kind geträumt», so Voeckler. Als Zugabe sicherte sich der letztjährige Tour-Gesamtvierte, der während zehn Tagen im Maillot jaune durch Frankreich gefahren war, auch noch das Trikot des Bergpreisleaders von Fredrik Kessiakoff. Der Schwede war zwar anfänglich auch in der Ausreissergruppe dabei gewesen, er vermochte aber Voecklers Tempo früh nicht zu folgen. «Ab dem Moment, als sich die Fluchtgruppe gebildet hatte, war dieses Trikot mein Ziel», gab Voeckler zu. «Nun muss ich schauen, dass ich es am Donnerstag verteidigen kann. Ich habe nur vier Punkte Vorsprung.»

Die letzte Bergetappe

Die 17. Etappe am Donnerstag führt von Bagnères-de-Luchon nach Peyragudes. Auf den 143 km sind fünf Bergwertungen zu bewältigen, darunter mit dem Port de Balès (32 km vor dem Ziel) auch einer der höchsten Kategorie. Das Finale des Tages bildet der 15,4 km lange und durchschnittlich 5,1 Prozent steile Schlussanstieg ins Ziel. (fal/si)

Erstellt: 18.07.2012, 19:50 Uhr

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