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Cancellara schwer geschlagen – ein Pole siegt

Das Strassenrennen der Profis an der Rad-WM in Spanien endet mit einer Überraschung – und enttäuschten Schweizer Hoffnungen.

Grosser Sieger nach einem verregneten Rennen: Michal Kwiatkowski.
Grosser Sieger nach einem verregneten Rennen: Michal Kwiatkowski.
Keystone

Mit Michal Kwiatkowski krönte sich in Ponferrada erstmals ein Fahrer aus Polen zum Strassenweltmeister. Fabian Cancellara hingegen blieb als Elfter einmal mehr ohne WM-Medaille.

Kwiatkowski hatte sich in der letzten, steilen Steigung des 254,8 km langen Rennens im Nordwesten Spaniens abgesetzt und die Abfahrt mit neun Sekunden Vorsprung auf die ersten Verfolger in Angriff genommen. Auf den letzten fünf Kilometern nahm der 24-jährige Pole auf nasser Strecke grosses Risiko, das reichlich belohnt wurde. Letztlich rettete sich Kwiatkowski mit einer Sekunde Vorsprung ins Ziel.

Im Sprint der sechsköpfigen Verfolgergruppe setzte sich der australische Topfavorit Simon Gerrans durch. WM-Bronze ging an Alejandro Valverde. Der Spanier gewann schon seine sechste WM-Medaille, der Titel hingegen blieb ihm ein weiteres Mal verwehrt.

Cancellara, die grosse Hoffnung des kleinen Schweizer Teams, hatte im letzten Anstieg nicht mit den Besten mithalten können. Beim Kulminationspunkt lag der Berner rund 25 Sekunden hinter Kwiatkowski zurück. Im Ziel betrug Cancellaras Rückstand noch sieben Sekunden.

In die letzte von 14 Runden à 18,2 km war ein Spitzenquartett mit dem Dänen Michael Valgren Andersen, dem Franzosen Cyril Gautier, dem Weissrussen Wasil Kirjenka und dem Italiener Alessandro De Marchi mit 36 Sekunden Vorsprung vor einer Verfolgergruppe mit Michael Albasini gegangen. Weitere acht Sekunden zurück folgte das Feld, in welchem sich mit Cancellara und Danilo Wyss auch die zwei weiteren Schweizer sowie fast alle Favoriten befanden.

Auf den folgenden paar Kilometern half Albasini, der sich für Teamleader Cancellara aufopferte, nochmals mit, den Vorsprung auf die vier Ausreisser zu verringern. Den Hauptteil der Nachführarbeit leisteten allerdings die Spanier, die in der Spitzengruppe nicht vertreten waren. 11 km vor Schluss lag das noch rund 40-köpfige Feld nur noch 15 Sekunden zurück. Zwischenzeitlich übernahmen hinten dann auch die Belgier das Tempo-Diktat.

Ponferrada (Sp). WM. Strassenrennen. Männer (254,8 km): 1. Michal Kwiatkowski (Pol) 6:29:07. 2. Simon Gerrans (Au) 0:01 zurück. 3. Alejandro Valverde (Sp). 4. Matti Breschel (Dä). 5. Greg Van Avermaet (Be). 6. Tony Gallopin (Fr), alle gleiche Zeit. Ferner: 11. Fabian Cancellara (Sz) 0:07.

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