Cancellara zurück im Sattel

Nach seinem schweren Sturz an der Tour de France war die WM-Teilnahme in Gefahr. Doch nun trainiert der Berner bereits wieder. Und mit ihm Stefan Küng.

Schmerzhaft: Beim Sturz auf der 3. Tour-Etappe verlor Fabian Cancellara das Maillot jaune.

Schmerzhaft: Beim Sturz auf der 3. Tour-Etappe verlor Fabian Cancellara das Maillot jaune.

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Neun Wochen Rennpause musste Fabian Cancellara im Frühling einlegen nach seinem Sturz am GP E3 Harelbeke. Zwei Wirbelfortsätze im Lendenbereich ­waren damals gebrochen. Die gleiche Verletzung erlitt er Anfang Juli an der Tour de France erneut – im Trikot des Gesamtführenden. Cancellara hoffte, die Genesung durch seine Erfahrung mit der Verletzung verkürzen zu können. «Es erlaubte uns, etwas mutiger zu sein», formuliert es Teamarzt Andreas Gösele. Sonst hätte der Berner sein letztes grosses Ziel, die Strassen-WM in Richmond, Virginia, vergessen können.

Tatsächlich trainiert Cancellara seit zehn Tagen wieder auf dem Fahrrad, wenn auch laut Gösele weiter mit Schmerzen. Sein Team Trek Factory Racing hofft, dass der 34-Jährige nächsten Montag, exakt fünf Wochen nach seinem Sturz, an der Eneco-Tour in Holland sein Comeback gibt. Fest steht jedoch, dass er, wie schon vor der Verletzung ­geplant, an der Vuelta a España teilnehmen (22.8.–13.9.) wird. Damit bleibt seine voraussichtlich letzte Chance auf das Regenbogentrikot (der WM-Kurs 2016 in Katar kommt Cancellara nicht entgegen) intakt. «Insgesamt sind wir auf einem echt guten Weg», sagt Gösele.

Küngs Testlauf in der Höhe

An die WM denkt auch der zweite Schweizer, der diese Saison eine Rückenverletzung erlitt. Stefan Küng zog sich am Giro d’Italia einen Brustwirbelbruch zu. Der Thurgauer trainiert seit knapp zwei ­Wochen wieder auf der Strasse – und in den kommenden drei Wochen im Engadin. Die Nächte wird der BMC-Profi ­dabei auf Muottas Muragl (2454 Meter über Meer) verbringen. «Das ist ein Testlauf für nächstes Jahr, da planen wir vor den Olympischen Spielen mit dem Bahnvierer ebenfalls ein Höhentrainingslager», sagt Küng.

Das Renncomeback des 21-Jährigen ist ebenfalls bereits geplant: Vom Engadin wird er direkt nach Hamburg reisen, wo er am 23. August das Eintagesrennen Vattenfall Cyclassics bestreiten wird. Die Woche darauf fährt er den GP Plouay und anschliessend die Tour of Britain – alles, um wie Cancellara für die WM in Richmond fit zu werden. Küngs Fokus liegt beim ersten Elite-Start allerdings auf dem Zeitfahren. Und ­danach auf dem letzten Saisonhöhepunkt: der Bahn-EM in Grenchen Mitte Oktober.

Erstellt: 04.08.2015, 10:51 Uhr

Auch Stefan Küng trainiert wieder. (Bild: Keystone )

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