Der Mann für die garstigsten Fälle

Wie Stefan Küng eine besondere Chance zur überraschenden WM-Medaille nutzte.

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Stefan Küng gewinnt WM-Bronze. Die Meldung ist eigentlich überfällig. Seit seinem Aufstieg in die Elite vor vier Jahren spricht der Thurgauer davon, er wolle bei Weltmeisterschaften um die Medaillen mitkämpfen. Es blieben leere Versprechungen, Jahr für Jahr. Bis jetzt, bis zu dieser WM der Wetterextreme in Yorkshire. Dabei verpatzte Küng eigentlich auch dieses Mal seine Chance – im Zeitfahren wurde er Zehnter.

Denn Küng sieht sich als Zeitfahrspezialist. Es ist die Disziplin, in der er gross geworden ist, erste Erfolge sammelte, in der er sich aber nicht so weiterentwickelt hat, dass er mit den Weltbesten dieser Disziplin regelmässig mithalten könnte.

Und doch gewann Küng WM-Bronze: Weil das Strassenrennen unter den Bedingungen ausgetragen wurde, bei denen er wirklich Weltklasse ist: Es gibt nur ganz wenige Fahrer, die bei Regen und Kälte ähnlich leistungsfähig sind wie Küng. Bei solchen Bedingungen gewann er schon drei Etappen an der Tour de Romandie. Bei solchen fuhr er nun zu WM-Bronze.

Bringt die Medaille den 25-Jährigen zum Nachdenken? Küng ist mehr als ein Fahrer für den Kampf gegen die Uhr. Sondern einer, der dann am stärksten ist, wenn die Anforderungen garstiger und härter nicht sein könnten. Wie es bei den Frühjahrsklassikern der Fall ist. Oder bei WM-Strassenrennen, wenn diese nicht gerade auf einem Bergparcours ausgetragen werden – wie nächstes Jahr bei der Heim-WM im Wallis. Weshalb Küng zuletzt bereits wieder von der dort möglichen Zeitfahrmedaille sprach.

Vielleicht würde er besser langfristig planen. Seine wirkliche Chance auf eine Heim-Medaille folgt nicht im Wallis, sondern 2024 in Zürich. Im Strassenrennen.

Erstellt: 29.09.2019, 18:16 Uhr

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