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Der Weltmeister in Gelb – Cancellara mit Leaderqualitäten

Mit dem Sieg des Teams Garmin-Cervélo in der 2. Etappe in Les Essarts hat Thor Hushovd (No) den Belgier Philippe Gilbert als Leader der 98. Tour de France abgelöst.

Strahlender Weltmeister: Thor Hushovd vom Garmin-Team trägt nach der 2. Etappe das Maillot jaune.
Strahlender Weltmeister: Thor Hushovd vom Garmin-Team trägt nach der 2. Etappe das Maillot jaune.
Keystone

Auf der vorwiegend flachen Strecke von 23 km Länge blieben die Abstände unter den Spitzenteams gering. Das BMC Racing Team mit Captain Cadel Evans legte die Strecke ebenso wie Sky Procycling (Bradley Wiggins) lediglich vier Sekunden langsamer zurück als die Sieger, Leopard-Trek mit dem Fabian Cancellara als «Lokomotive» und den Brüdern Schleck wies wie HTC-High Road mit Tony Martin und Mark Cavendish fünf Sekunden Rückstand auf. HTC-High Road verlor schon wenige hundert Meter nach dem Start Bernhard Eisel. Der Österreicher stürzte in der ersten Linkskurve. Es handelte sich um den einzigen Zwischenfall des zweiten Tages.

Das Team Saxo Bank-Sungard mit Alberto Contador hielt sich ansprechend und wurde mit 28 Sekunden Rückstand im 8. Rang klassiert. Der dreifache Sieger der Tour de France ist dennoch der grosse Verlierer dieses Auftaktes der Rundfahrt. Gegenüber Andy und Fränk Schleck beispielsweise hat der Spanier 1:38 Minuten aufzuholen. Dies verspricht Spannung für die Bergetappen. Es wäre völlig verfehlt, jetzt bereits davon zu sprechen, dass Contador diese Tour de France nicht mehr gewinnen kann, auch wenn nicht nur die Brüder Schleck, sondern auch alle anderen seiner Gegner im Moment einen Vorteil aufweisen. Lediglich der letztjährige Vierte, der Strassen-Olympiasieger Samuel Sanchez, steht nach den ersten 115 km dieser Tour de France noch schlechter da.

Contadors Erkenntnis

«Ich habe ein Problem – einen grossen Rückstand auf Fahrer wie Andy Schleck und Cadel Evans. Der Luxemburger ist ein guter Kletterer, der Australier sehr solid. Für mich sind sie die Favoriten», sagte Contador. Dass er am Samstag durch den Massensturz aufgehalten wurde und alleine deshalb 1:20 Minuten einbüsste, stufte der Madrilene als unglücklich ein: «Ich war zu 100 Prozent konzentriert. Die Fahrer versuchten auf beiden Strassenseiten, in eine günstigere Situation zu gelangen. Der Sturz ereignete sich unmittelbar vor mir. Das war halt einfach Pech.»

Philippe Gilbert, Sieger der 1. Etappe am Samstag und damit erster Träger des Maillot jaune, hatte im Mannschaftszeitfahren nicht die geringste Aussicht, die Leaderposition zu verteidigen. Nach 9 km wies seine Equipe bereits einen Rückstand von 25 Sekunden auf. Kam das Team etwas besser in Fahrt. Im Ziel summierte sich der Rückstand auf 39 Sekunden. Gilbert nahm den Verlust des Maillot jaune gelassen. Mit Thor Hushovd ging es an einen Fahrer, mit dem sich der Wallone sehr gut versteht und mit dem er oft zusammen trainiert.

Hushovd kommt in Fahrt

«Das ist ein grosser Tag. Im Mannschaftszeitfahren passte alles perfekt zusammen. Jeder Fahrer gab 100 Prozent für das Team», sagte Hushovd, der schon vor sieben Jahren für einen Tag und 2006 für zwei Tage das Maillot jaune trug. Des Norwegers Teamkollege David Millar ist im Gesamtklassement zeitgleich klassiert, wird aber aufgrund der schlechteren Rangpunktzahl im 2. Rang geführt. Cadel Evans als Dritter weist eine einzige Sekunde Rückstand auf.

Hushovd nimmt zum elften Mal an der Tour de France teil. Vor genau zehn Jahren war der Norweger am Triumph in einem Mannschaftszeitfahren beteiligt, damals noch für seinen Arbeitgeber Crédit Agricole. 2006 sicherte sich Hushovd die Punktewertung (grünes Trikot) der Tour de France. Als Dritter der Startetappe vom Samstag hatte er das Mannschaftszeitfahren im rot gepunkteten Trikot für die Bergpreiswertung in Angriff genommen. Nun steckt der Routinier in Gelb. Auf den Schweizer Strassen hatte Hushovd im Juni in der Tour de Suisse das Lachen wieder gefunden, nachdem er die 4. Etappe in Huttwil für sich zu entscheiden vermochte. Damals hatte es sich um seinen ersten Sieg im Regenbogentrikot des Strassenweltmeisters gehandelt, und Hushovd gab zu, dass mit diesem Erfolg einiger Druck von ihm gewichen sei.

si/fal

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