Die Rad-WM fährt mitten durch die Zürcher Altstadt

Alle Rennen enden auf dem Sechseläutenplatz. Gestartet wird in Winterthur, Uster, Affoltern am Albis – und auf der offenen Rennbahn.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wo soll das Herz eines Sportevents sein, der nicht an ein Stadion gebunden ist? Im Zentrum der Stadt. Der Entscheid war so letztlich ein logischer: Auf dem Sechseläutenplatz werden im September 2024 die Rad-Weltmeister gekürt. Dort soll auch genug Platz für die Fans sein; weitere Fanzonen sind am Bürkliplatz, am Limmatquai und beim Münsterhof geplant.

Der Sechseläutenplatz ist auch aus radhistorischer Sicht ein logischer Ort, die Züri-Metzgete hatte bis zu ihrer letzten Profi-Austragung 2006 ihr Ziel auf der Bellerivestrasse, nur einige 100 Meter entfernt. Jener Ort war nahe dem Zentrum, aber eben doch nicht ganz: Er zeigte treffend den damaligen Stellenwert des Velos in Zürich. Man erachtete es als wichtig, aber eben doch nicht als zentral. Das ändert sich mit der WM 2024 definitiv, und davon spricht der im Bewerbungsdossier skizzierte Parcours.

Spektakel in der Altstadt

Dessen zentrales Element ist die 22,6 Kilometer lange Schlussrunde, die mehrfach befahren wird, je nach Kategorie. Vom Sechseläutenplatz geht die Fahrt über die Quaibrücke zum Bürkliplatz, von dort zum Münsterplatz, durch die gepflästerte Altstadt und den Rennweg, über die Rudolf-Brun-Brücke, vorbei am Kunsthaus und von dort stadtauswärts Richtung Witikon, wo die Fahrt via Zollikerberg, Zumikon, Küsnacht und Zollikon wieder hinunter zur Seestrasse führt, zurück in Richtung Sechseläutenplatz. Das ergibt 435 Höhenmeter pro Runde, was für Radprofis nicht enorm viel ist. Addiert wird es aber für ein sehr anforderungsreiches Rennen sorgen, schliesslich werden die Profis die Schlussrunde siebenmal absolvieren – was für sie inklusive Anfahrt 246 Kilometer und 4175 Höhenmeter bedeutet.

Zur Anfahrt: Die Profirennen der Frauen und Männer sollen in Winterthur starten und in einer Schlaufe durch den nördlichen Teil des Kantons und via Pfannenstiel auf die städtische Schlussrunde führen. Noch ist nicht jede Durchfahrt definitiv, aber die Grafiken aus dem Bewerbungsdossier geben eine ziemlich präzise Idee. Dasselbe gilt für die Rennen der Junioren und U-23, welche voraussichtlich in Uster (auch via Pfannenstiel) respektive Affoltern am Albis (via Buchenegg) starten werden.

Unter den vielen Ideen, die in der ersten Projektphase zum Thema Zürcher WM-Strecke gesponnen wurden, gehörte die Integration der offenen Rennbahn zu den beliebtesten. Radsportromantiker träumten von einer Zielankunft im Beton-Oval, wie es im Profisport nur noch bei Paris–Roubaix der Fall ist. Diese Idee scheiterte aber nur schon an den logistischen Voraussetzungen, die auf der Oerliker Rundbahn nicht gegeben gewesen wären. Trotzdem soll die Rennbahn nun einen grossen Auftritt erhalten: als Startort des Einzelzeitfahrens, welches danach in einem weiten Bogen, vorbei am Greifensee, via Hombrechtikon und Feldbach zum Ufer des Zürichsees führt und von dort zurück in die Stadt. Die 57 Kilometer lange Strecke ist fast schon eine Hommage an den Ambassador der WM 2024, an Stefan Küng. Der Thurgauer feierte auf der Rennbahn seine ersten Erfolge, die Strecke ist danach mit ihrer sachten Steigung auf ihn als starken Roller zugeschnitten.

Erstellt: 14.03.2019, 12:00 Uhr

Artikel zum Thema

Die Rad-WM kommt nach Zürich

2024 findet die Strassen-Weltmeisterschaft in der grössten Schweizer Stadt statt. Zürich stach bei der Ausmarchung Bern aus. Mehr...

Wer gewinnt den Sprint um die Rad-WM 2024?

Am Donnerstag wird bekannt, in welcher Schweizer Stadt der einwöchige Grossanlass stattfindet. Bern oder Zürich? Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Kommentare

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Bauernprotest: In den Niederlanden haben Tausende von Bauern mit Traktoren den Verkehr blockiert. Ihr Protest richtet sich gegen die Anschuldigung, dass sie für die Stickstoffbelastung verantwortlich sind. (16. Oktober 2019)
(Bild: Koen Van Weel/EPA) Mehr...