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Ein heisser Zweikampf bei der Tour de Suisse

Die am Samstag in Lugano beginnende 76. Tour de Suisse steht im Zeichen des Duells der Teams RadioShack-Nissan und Rabobank. Für Fabian Cancellara ist die Rundfahrt ein Formtest.

Der Holländer Robert Gesink vom Team Rabobank ist ausgezeichnet in Form. Er gehört zu den grossen Favoriten auf den Gesamtsieg der Schweizer Landesrundfahrt.
Der Holländer Robert Gesink vom Team Rabobank ist ausgezeichnet in Form. Er gehört zu den grossen Favoriten auf den Gesamtsieg der Schweizer Landesrundfahrt.
Keystone
Fabian Cancellara benützt die Tour in der Heimat, um sich für Olympia einzurollen. Vom lange Zeit verletzt gewesenen Berner dürfen keine Exploits erwartet werden – oder doch?
Fabian Cancellara benützt die Tour in der Heimat, um sich für Olympia einzurollen. Vom lange Zeit verletzt gewesenen Berner dürfen keine Exploits erwartet werden – oder doch?
Ex-Press
Die Fahrer haben keine Zeit, um die Landschaft zu geniessen. Und Wetterkapriolen sind an der diesjährigen Rundfahrt durchaus zu erwarten.
Die Fahrer haben keine Zeit, um die Landschaft zu geniessen. Und Wetterkapriolen sind an der diesjährigen Rundfahrt durchaus zu erwarten.
Keystone
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Bei der holländischen Truppe hat Robert Gesink gute Aussichten, nach der Kalifornien-Rundfahrt auch die Tour de Suisse zu gewinnen. Der Weg der Annäherung an die Tour de France führt die Radprofis entweder an den Dauphiné Libéré oder an die Tour de Suisse. Beim Rennen in Savoyen geben die Favoriten eher den Ton an als auf den Schweizer Strassen. Da kommt es öfter vor, dass sich einige Asse vereinzelte Etappen für einen Formtest aussuchen, auf das Gesamtklassement aber nur einen Seitenblick werfen.

Dieser Einschränkung zum Trotz geniesst die Schweizer Landesrundfahrt einen guten Ruf. Beim diesjährigen Streckenentwurf ist damit zu rechnen, dass die Spannung bis auf die letzten Kilometer anhält – ähnlich wie letztes Jahr, als Levi Leipheimer im Zeitfahren von Schaffhausen Damiano Cunego den Gesamtsieg noch um vier Sekunden wegschnappte. Mit dem Amerikaner ist auch dieses Jahr wieder zu rechnen, ebenso mit dem Italiener. Nur hat der «kleine Prinz» Cunego noch immer seine Schwäche in den Prüfungen gegen die Uhr. Im Giro d'Italia wartete der Radprofi aus Verona mit einer starken dritten Woche auf. Für Leipheimer stehen diese Saison drei Siege zu Buche. Sie stammen aus der Tour de San Luis in Argentinien vom Januar. Der im Oktober 39 Jahre alt werdende Leipheimer beendete zudem die Kalifornien-Rundfahrt als Gesamtsechster.

Mit starken Fahrern vertreten

Zumindest auf dem Papier können sich Leipheimer und Cunego in der Rolle des Beobachters und eventuell lachenden Dritten im Duell der Teams RadioShack-Nissan und Rabobank gefallen. Bei RadioShack-Nissan hat Jakob Fuglsang in der Luxemburg-Rundfahrt gezeigt, dass neben Fabian Cancellara auch andere Fahrer für ein Erfolgserlebnis gut sind. Mit Fränk Schleck und Andreas Klöden könnten neben Fuglsang weitere Vertreter des Teams Aspirationen auf eine gute Schlussklassierung hegen. Rabobank bringt eine Traum-Equipe in die Schweiz, aus der Robert Gesink heraussticht.

Der 26-Jährige entschied vor wenigen Tagen die Kalifornien-Rundfahrt für sich, nachdem es ihm gelungen war, in der Königsetappe mit Ankunft auf dem Mount Baldy die Gegner hinter sich zu lassen. Gesink zog es nach seinem Triumph nicht zurück in die Heimat, sondern ins Höhentraining in die Sierra Nevada. 17 Tage verbrachte der Holländer dort zusammen mit seinem Teamgefährten Steven Kruijswijk. Während diesen Vorbereitungen, die auf die Tour de France ausgerichtet sind, befuhren sie auch die höchste Strasse Europas hinauf zum auf 3394 m Meereshöhe gelegenen Pico Veleta. Der Klassiker-Spezialist Matti Breschel, Bauke Mollema, der Sprinter Mark Renshaw sowie der junge Tom Slagter, der im Giro d'Italia mit beherzten Aktionen aufwartete, gehören weiter zum Rabobank-Aufgebot.

Angreifer werden belohnt

Mit Pieter Weening könnte ein weiterer Holländer seinen Landsleuten die Suppe versalzen, der acht Jahre lang für den gleichen Arbeitgeber in die Pedalen trat, nun aber das Abenteuer in einer australischen Equipe suchte. Mit einigem Interesse wird man verfolgen, ob Alejandro Valverde in der Lage ist, in einer Rundfahrt von neun Tagen Dauer um Spitzenplätze zu fahren. Von seinen spanischen Landsleuten dürften die Basken – in einem anderen Team vereinigt – Mikel Nieve, Igor Anton und Mikel Astarloza zumindest in den Bergen eine gute Figur machen.

Im Sinne des Veranstalters wäre wohl, wenn Fabian Cancellara erneut das Auftakt-Zeitfahren in Lugano gewinnt. Für den Berner wird es sich in erster Linie um einen Formtest handeln, welche Fortschritte er nach seiner Zwangspause in seiner Paradedisziplin gemacht hat. Vorstellbar ist aber auch, dass sich Cancellara die dritte Etappe mit Ankunft in Aarberg angestrichen hat. Michael Albasini, der letztjährige Gesamtsechste Mathias Frank sowie der Kletterer Johann Tschopp dürften aus einheimischer Sicht neben Cancellara am ehesten aus der Masse der 160 Radprofis herausragen.

Das Streckenkonzept dieser Tour de Suisse lässt erwarten, dass Angreifer belohnt werden. Nach der Bergankunft schon am zweiten Tag in Verbier verheisst das zweite Wochenende mit der Bergankunft in Arosa sowie dem Schlusstag in Sörenberg mit rund 3000 Höhenmetern auf den letzten 80 km Hochspannung. Vorher haben sich die Fahrer im Einzelzeitfahren in Gossau ZH über 34,3 km zu bewähren. Diese Prüfung gegen die Uhr mit der Steigung zum Pfannenstiel, weiteren kurzen Anstiegen und vielen Richtungsänderungen auf kleinen Strässchen könnte die eine oder andere Überraschung mit sich bringen.

si

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