Irischer Coup in der Bretagne

Die erste Bergankunft der diesjährigen Tour de France geht mit dem Sieg des Iren Daniel Martin zu Ende. Seinen Angriff am Schluss kann niemand kontern.

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Der Aufstieg zum Zielort an der Mûr-de-Bretagne, eine 2 km lange Rampe mit durchschnittlich knapp 7 Steigungsprozenten, konnte unter den Favoriten auf den Gesamtsieg natürlich keine vorentscheidenden Abstände bewirken. Dafür war die Steigung zu wenig lang.

Verlierer gab es dennoch, wenngleich dies eher dem Pech zuzuschreiben war. Der Niederländer Tom Dumoulin, der Gesamtsieger des letztjährigen Giro d'Italia, erlitt sechs Kilometer vor dem Ziel einen Defekt und verlor dadurch 53 Sekunden auf Etappensieger Daniel Martin. Und auch der Franzose Romain Bardet büsste durch einen Materialschaden gut eine halbe Minute ein.

Für Dumoulin hatte die Jury hinterher noch eine unliebsame Überraschung bereit. Der Niederländer, der sich bei seiner Aufholjagd nach dem Defekt hinter seinen Mannschaftswagen geklemmt hatte, wurde mit 20 Sekunden Zeitstrafe belegt; wegen unerlaubtem Windschattenfahren.

Der Topfavorit büsste Sekunden ein

Den Tagessieg sicherte sich der bereits 31-jährige Routinier aus Irland. 1,2 km vor dem Ziel trat Martin an, und das einmal entstandene Loch vermochte niemand mehr zu schliessen. Martin siegte eine Sekunde vor dem Franzosen Pierre Latour und drei Sekunden einer grösseren Gruppe, die vom Spanier Alejandro Valverde angeführt wurde. Der Brite Chris Froome, der Topfavorit schlechthin, liess am Ende eine kleine Lücke offen. Der vierfache Tour-Gesamtsieger büsste so acht Sekunden ein.

Greg van Avermaet verteidigte sein Leadertrikot mit Erfolg. Der Belgier erreichte das Ziel als 12. der Etappe, zeitgleich mit Valverde. Damit behauptete sich Van Avermaet, der schon seit Montag die Gesamtwertung anführt, einen weiteren Tag im Leadertrikot. Er liegt nun 3 Sekunden vor dem Briten Geraint Thomas und 5 Sekunden vor dem amerikanischen Teamkollegen Tejay Van Garderen.

Windige Etappe

Aufregung gab es bereits 100 km vor dem Ziel, als sich wegen des Windes Staffeln bildeten und das Feld in drei Teile zersplittert wurde. Nairo Quintana konnte aus der zweiten Gruppe relativ rasch wieder aufschliessen, aber der Slowene Primoz Roglic, der in ein drittes Feld zurückgefallen war, musste hart kämpfen. Mit Hilfe seiner Mannschaft fand der Gesamtsieger der Tour de Romandie erst knapp 30 km später wieder den Anschluss.

Am Freitag dürften die Sprinter wieder eine Chance erhalten. Zwischen Fougères und Chartres steht die mit 231 km längste Etappe der aktuellen Tour auf dem Programm, doch der Parcours ist vorwiegend flach, im Finale gar topfeben.

105. Tour de France. 6. Etappe, Brest - Mûr-de-Bretagne (181 km):
1. Daniel Martin (IRL) 4:13:43. 2. Pierre Latour (FRA) 0:01 zurück. 3. Alejandro Valverde (ESP) 0:03. 4. Julian Alaphilippe (FRA). 5. Rafal Majka (POL). 6. Adam Yates (GBR). 7. Bauke Mollema (NED). 8. Peter Sagan (SVK). 9. Geraint Thomas (GBR). 10. Primoz Roglic (SLO).

11. Richie Porte (AUS). 12. Greg van Avermaet (BEL). 13. Nairo Quintana (COL). 14. Vincenzo Nibali (ITA). 15. Jakob Fuglsang (DEN). 16. Mikel Landa (ESP), alle gleiche Zeit. 17. Tejay Van Garderen (USA) 0:06. 18. Chris Froome (GBR) 0:08. 19. Rigoberto Uran (COL) 0:11. 20. Warren Barguil (FRA) 0:12. 21. Bob Jungels (LUX). Ferner: 26. Egan Bernal (COL). 31. Philippe Gilbert (BEL), alle gleiche Zeit. 33. Romain Bardet (FRA) 0:31. 46. Tom Dumoulin (NED) 0:53 (0:20 Zeitstrafe). 74. Stefan Küng (SUI) 2:17. 77. Mathias Frank (SUI), gleiche Zeit. 100. Silvan Dillier (SUI) 5:38. 147. Michael Schär (SUI) 14:30. - 170 Fahrer gestartet und klassiert.

Gesamtklassement:
1. Van Avermaet 22:35:46. 2. Thomas 0:03. 3. Van Garderen 0:05. 4. Alaphilippe 0:06. 5. Gilbert 0:12. 6. Jungels 0:18. 7. Uran 0:45. 8. Valverde 0:51. 9. Majka 0:52. 10. Fuglsang 0:53. 11. Porte, gleiche Zeit. 12. Landa 0:55. 13. Yates 1:02. 14. Froome, gleiche Zeit. Ferner: 16. Nibali 1:08. 17. Roglic 1:17. 19. Dumoulin 1:23. 21. Martin 1:27. 22. Bernal 1:30. 23. Bardet 1:45. 27. Quintana 2:10. 45. Frank 5:00. 69. Küng 9:20. 122. Dillier 23:18. 151. Schär 34:16.
(fal/sda)

Erstellt: 12.07.2018, 17:54 Uhr

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