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Mit einem Wundervelo zu Gold

Jolanda Neff ist morgen an der Mountainbike-WM die Favoritin auf Gold. Stolz präsentiert sie für Redaktion Tamedia ihren grossen Trumpf.

«Mein Velo hat ein paar coole Details»: Jolanda Neff vor ihrer Wohnung in Lenzerheide – eine Woche vor der WM in Andorra. (Video: Sebastian Rieder)

Herbeigesehnt hat sie diesen Tag, zwei Jahre lange darauf gewartet. Morgen nun ist es endlich so weit: Dank einer Ausnahmebewilligung darf Jolanda Neff mit erst 22 Jahren an der Mountainbike-WM in Vallnord, Andorra, um den Titel im Cross-Country-Rennen fahren. Die zweifache Siegerin des Gesamtweltcups geht als grosse Favoritin ins Rennen. Als Anwärterin auf Gold, die sich im Grunde nur selber schlagen kann. Nach der Enttäuschung mit der Schweizer Staffel von vorgestern Mittwoch erst recht.

Im Einzelbewerb im Kleinstaat in den Pyrenäen hängt alles von ihr selber ab. Und die Devise ist klar für die erfolgsverwöhnte St. Gallerin: «Wer eine Ausnahmebewilligung erhält, für den geht es nur um den Titel», sagt Neff. Hätte der Rad-Weltverband UCI stur auf Einhaltung der Regeln beharrt, hätte sie im Rennen der U-23-Kategorie starten müssen. Doch die UCI signalisierte früh, dass sie dem Gesuch von Swiss Cycling stattgeben dürfte. «An einer WM sollten die Besten fahren», findet Neff selber. Die U-23-Kategorie sei grundsätzlich ja sinnvoll, manchmal aber nicht restlos zielführend.

Bike mit Schweizer Farben

Aus neun verschiedenen Bikes kann die Fahrerin des Stöckli-Teams ihre Waffe für das morgige Rennen auswählen. Und jedes der Räder hat seine Vor- und Nachteile – je nach Strecke. Hatte Neff beim Heim-Weltcup in Lenzerheide etwa noch auf ein sogenanntes Full-Suspension-Bike gesetzt, bei dem Hinter- und Vorderrad gefedert sind, so wird sie in Vallnord eines auswählen, das nur vorne eine Federung aufweist. Besonders wichtig ist ihr auch das Design: Dem Anlass angemessen, ist der Rahmen ihres Bikes in Andorra in den Schweizer Landesfarben Rot und Weiss gehalten. Im Kontrast dazu könnte sie als Weltmeisterin nachher ins Regenbogentrikot schlüpfen.

Die Chancen sind gross. Nachdem Neff in den ersten acht Rennen der Saison ungeschlagen blieb, hatte sie ausgerechnet beim Heimrennen in Lenzerheide erstmals den Sieg verpasst. Mit einem Sieg in Kanada sowie zwei zweiten Plätzen zum Abschluss der Weltcupsaison verteidigte die Ostschweizerin Ende August den Titel. Nicht einmal ein Trainingsrückstand, herrührend von einer Gehirnerschütterung, konnte sie davon abhalten, ihre Dominanz in dieser Disziplin auszuspielen.

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