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Schläpfers fatale Tränen

Die Entlassung des Trainers des EHC Biel kündigte sich schon lange an.

Kevin Schläpfer (46) hat bei seinen Spielern die Glaubwürdigkeit verloren.
Kevin Schläpfer (46) hat bei seinen Spielern die Glaubwürdigkeit verloren.
Ennio Leanza, Keystone

13 Monate ist es her, dass Kevin Schläpfer schwerzen Herzens die Jobofferte zum Schweizer Nationaltrainer ausschlagen musste. Weil sein Arbeitgeber, der EHC Biel, auf seinem Vertrag bis 2018 beharrte. Die Pressekonferenz, in der beide Parteien bekräftigten, dass Schläpfer im Seeland bleiben würde, war spektakulär. Sonst fast immer für einen Spruch zu haben, brach der Baselbieter damals, Mitte Oktober 2015, in Tränen aus. Spätestens da hätte die Bieler Clubführung erkennen müssen, dass es keinen Sinn macht, ihn zum Bleiben zu zwingen. Ist ein Trainer, der weint, weil er nicht gehen darf, bei seinen Spielern noch glaubwürdig? Kaum. Umso weniger, wenn es einer ist, der wie Schläpfer so sehr mit den Emotionen arbeitet.

Das Vorgehen des Verbands, der hinter dem Rücken der Bieler ihren Coach kontaktierte, war dreist. Die Trotzreaktion der Seeländer, ihn nicht gehen zu lassen, äusserst unklug. Der EHC beendete jene Saison auf dem letzten Platz und musste nur deshalb nicht bis zuletzt um den Ligaerhalt zittern, weil B-Meister Ajoie gar nicht aufsteigen wollte. In diesem Winter wiederholt sich nun die Geschichte: Nach einem guten Start verloren die Bieler plötzlich Spiel um Spiel. Die Entlassung Schläpfers, der zuletzt mit lauten Kabinenansprachen die Wende hatte herbeiführen wollen, war unausweichlich. Das 1:5 am Samstag in Zürich, als sich das Team kaum mehr wehrte, war für den Verwaltungsrat die Bestätigung, die er noch gebraucht hatte.

Einstweilen bleibt also nur noch ein gebürtiger Schweizer NLA-Headcoach übrig: Arno Del Curto in Davos. Doch SCB-Meistertrainer Lars Leuenberger, der in Freiburg und Langnau übergangen wurde, hätte nun eine Chance verdient. Wie Schläpfer, der in Biel lange das Optimum herausholte, anderswo dann auch wieder. Und was ist die Lehre aus seiner Entlassung? ­Reisende sollte man nie aufhalten.

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