«Das war schlussendlich Gold wert»

Weltmeister Beat Feuz erklärt, wie er dem Druck standhalten konnte – und dass es sich auch lohnen kann, den Ärzten nicht alles zu glauben.

«Es ist tatsächlich ein Märchen»: Beat Feuz spricht nach seinem Weltmeistertitel über die Fahrt und Roger Federer. Video: Fabian Sanginés.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Was für ein Moment: Beat Feuz mit der Startnummer 13 fährt in Richtung Ziel, überquert die Linie und das Publikum empfängt ihn mit ohrenbetäubenden Jubel. Bestzeit! «Es ist definitiv ein Märchen», sollte der frisch gekürte Weltmeister später sagen: «Ich kann es noch nicht richtig realisieren.»

Dabei erinnerten der Speaker und das euphorisierte Publikum den Kugelblitz immer wieder an seine Führung – nach dem 30. Fahrer und der obligaten Pause gab es endgültig kein Halten mehr. Auch zwei Jahre nach Patrick Küngs Triumph in Vail hat die Schweiz einen Abfahrts-Weltmeister.

Wie gross der Druck im Vorfeld war, erkannte auch der 30-Jährige selber, wie er an der anschliessenden Pressekonferenz erklärte: «Ich lese gerne Zeitungen und schaue TV, daher habe ich das natürlich mitbekommen.» Sein Geheimrezept, um sich vor den hohen Erwartungen nicht verrückt machen zu lassen? «Das Handy so bald wie möglich auf Flugmodus schalten. Das war schlussendlich Gold wert.»

Beat Feuz' Fahrt zu WM-Gold in der Abfahrt. (Video: SRF/TA)

Dabei zeigte sich Feuz über seine Fahrt auch selbstkritisch: «Perfekt war sie nicht. Die meisten nach mir waren in den ersten beiden Zwischenzeiten schneller. Der Mittelteil war dann sehr gut und den Schluss bin ich korrekt gefahren.» Es wäre ihm lieber gewesen, wenn das Rennen von ganz oben, inklusive freiem Fall, gestartet hätte.

In Zeiten des Triumphs wurde der Emmentaler an seine Leidenszeit seit seiner schweren Knieverletzung in der Saison 2012/13 erinnert. «Der Weg zurück war sehr steinig, aber für so Tage wie diesen hat es sich allemal gelohnt», so Feuz. Die Genugtuung ist umso grösser, weil die Ärzte ihm damals gesagt haben, er solle nicht mit einer Rückkehr auf die Piste rechnen. Gut für die Schweiz, dass er das nicht wahr haben wollte. (fas)

Erstellt: 12.02.2017, 17:02 Uhr

Artikel zum Thema

Beat Feuz holt Gold

Der Emmentaler gewinnt in St. Moritz die WM-Abfahrt. Patrick Küng verpasst Bronze um zwei Hundertstel. Mehr...

Die grössten Schweizer Triumphe

Bildstrecke Von Russi bis Feuz: Diese Fahrer bescherten der Skination in der sportlichen Neuzeit WM-Gold in der Abfahrt. Mehr...

«So etwas gibt es nur einmal im Leben»

Video Wie Beat Feuz den Tag der WM-Abfahrt erlebte – und was er zu einem Triumph in St. Moritz sagt. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Kommentare

Blogs

Geldblog Medacta enttäuscht die Anleger

Beruf + Berufung Durchgestartet als alleinerziehende Mutter

Die Welt in Bildern

Feuerschweif: Eine Spezialeinheit demonstriert am Indian Navy Day in Mumbai ihr Können. (4. Dezember 2019)
(Bild: Francis Mascarenhas) Mehr...