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«Das war schlussendlich Gold wert»

Weltmeister Beat Feuz erklärt, wie er dem Druck standhalten konnte – und dass es sich auch lohnen kann, den Ärzten nicht alles zu glauben.

«Es ist tatsächlich ein Märchen»: Beat Feuz spricht nach seinem Weltmeistertitel über die Fahrt und Roger Federer. Video: Fabian Sanginés.

Was für ein Moment: Beat Feuz mit der Startnummer 13 fährt in Richtung Ziel, überquert die Linie und das Publikum empfängt ihn mit ohrenbetäubenden Jubel. Bestzeit! «Es ist definitiv ein Märchen», sollte der frisch gekürte Weltmeister später sagen: «Ich kann es noch nicht richtig realisieren.»

Dabei erinnerten der Speaker und das euphorisierte Publikum den Kugelblitz immer wieder an seine Führung – nach dem 30. Fahrer und der obligaten Pause gab es endgültig kein Halten mehr. Auch zwei Jahre nach Patrick Küngs Triumph in Vail hat die Schweiz einen Abfahrts-Weltmeister.

2017: Beat Feuz. Der Berner Oberländer startet in St. Moritz als Favorit und feiert den grössten Erfolg seiner Karriere.
2017: Beat Feuz. Der Berner Oberländer startet in St. Moritz als Favorit und feiert den grössten Erfolg seiner Karriere.
Keystone
2015: Patrick Küng. Der Glarner überrascht in Beaver Creek alle – auch den drittplatzierten Feuz.
2015: Patrick Küng. Der Glarner überrascht in Beaver Creek alle – auch den drittplatzierten Feuz.
Keystone
1970 und 1972: Bernhard Russi. Erst wird der heutige SRF-Experte in Gröden Weltmeister, dann doppelt er bei Olympia in Sapporo nach. Dieser Erfolg zählt auch als WM-Titel.
1970 und 1972: Bernhard Russi. Erst wird der heutige SRF-Experte in Gröden Weltmeister, dann doppelt er bei Olympia in Sapporo nach. Dieser Erfolg zählt auch als WM-Titel.
Keystone
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Wie gross der Druck im Vorfeld war, erkannte auch der 30-Jährige selber, wie er an der anschliessenden Pressekonferenz erklärte: «Ich lese gerne Zeitungen und schaue TV, daher habe ich das natürlich mitbekommen.» Sein Geheimrezept, um sich vor den hohen Erwartungen nicht verrückt machen zu lassen? «Das Handy so bald wie möglich auf Flugmodus schalten. Das war schlussendlich Gold wert.»

Beat Feuz' Fahrt zu WM-Gold in der Abfahrt. (Video: SRF/TA)

Dabei zeigte sich Feuz über seine Fahrt auch selbstkritisch: «Perfekt war sie nicht. Die meisten nach mir waren in den ersten beiden Zwischenzeiten schneller. Der Mittelteil war dann sehr gut und den Schluss bin ich korrekt gefahren.» Es wäre ihm lieber gewesen, wenn das Rennen von ganz oben, inklusive freiem Fall, gestartet hätte.

Die Medaillengewinner von St. Moritz: Erik Guay, Beat Feuz und Max Franz (v.l.) strahlen mit der Engadiner Sonne um die Wette.
Die Medaillengewinner von St. Moritz: Erik Guay, Beat Feuz und Max Franz (v.l.) strahlen mit der Engadiner Sonne um die Wette.
Reuters
Die 13 als Glückszahl: Feuz zeigt allen den Meister.
Die 13 als Glückszahl: Feuz zeigt allen den Meister.
Keystone
Mit 119 km/h dem Ziel entgegen: Feuz in voller Fahrt.
Mit 119 km/h dem Ziel entgegen: Feuz in voller Fahrt.
AFP
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In Zeiten des Triumphs wurde der Emmentaler an seine Leidenszeit seit seiner schweren Knieverletzung in der Saison 2012/13 erinnert. «Der Weg zurück war sehr steinig, aber für so Tage wie diesen hat es sich allemal gelohnt», so Feuz. Die Genugtuung ist umso grösser, weil die Ärzte ihm damals gesagt haben, er solle nicht mit einer Rückkehr auf die Piste rechnen. Gut für die Schweiz, dass er das nicht wahr haben wollte.

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