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Analyse: Gold, Silber – und viel Leid

In der Kombination von St. Moritz feierte die Schweiz einen Doppelsieg – mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Doppelter Schweizer Jubel in St. Moritz: Wendy Holdener und Michelle Gisin feiern Gold und Silber. (SRF, 10. Februar 2017)

Sie blieben ruhig, behielten die Nerven und schafften, wovon jeder Skifahrer träumt. Sie holten Medaillen, bei einem Grossanlass in der Heimat. Etwas, das nur ganz wenige Athleten von sich behaupten können, erhalten sie doch, wenn überhaupt, meist nur einmal diese Chance in ihrer Karriere. Und dann waren es auch nicht irgendwelche Medaillen, sondern Gold und Silber, ein Doppelsieg für die Schweiz in der Kombination der Frauen.

Wendy Holdener und Michelle Gisin, sie sind an diesem Tag in St. Moritz die Gefeierten. Sie sorgten dafür, dass sich die Schweizer Bilanz nach nur drei von elf Rennen bereits hervorragend liest. Einen ganzen Medaillensatz hat das Team schon geholt - und es folgen noch einige Chancen. In der Männerabfahrt am Samstag etwa, in der Frauenabfahrt am Sonntag, in der Kombination der Männer, beim Team-Event, im Slalom der Frauen, wo Holdener wieder zu den Favoritinnen gehören wird. Die WM kann zu einem Schaulaufen werden für die heimischen Athleten. Als geglückt kann sie schon jetzt bezeichnet werden.

WM für Gut zu Ende

Dank Holdener und Gisin - und nicht dank ihr: Lara Gut, die in der Kombination ebenfalls zu den Favoritinnen gehört hatte. Oder besser: gehört hätte. Wäre nicht das passiert, was an diesem Freudentag für den grossen Dämpfer sorgte. Sie erlitt beim Slalomtraining nach der Kombinationsabfahrt einen Riss des vorderen Kreuzbandes sowie einen Meniskusschaden im linken Knie. Für die 25-jährige Tessinerin ist damit nicht nur die WM, sondern die ganze Saison zu Ende.

Video – hier stürzt Lara Gut beim Training:

Das ist bitter für das Schweizer Team, es hat jetzt klar geringere Chancen auf weitere Erfolge. Und das ist noch viel mehr als bitter für Lara Gut. Sie stand im Fokus vor dieser WM, alles drehte sich um sie, sie hätte zur WM-Heldin schlechthin werden können, werden sollen, wenn alles nach Plan gelaufen wäre. Doch das ist es eben nicht. Ohne Vorbereitung hatte sie in den Super-G starten müssen, nachdem sie eine Woche zuvor in Cortina d’Ampezzo heftig eine Torstange touchiert hatte.

Die Freude ist grenzenlos: Wendy Holdener gewinnt Gold bei der Kombination der Frauen in St. Moritz.
Die Freude ist grenzenlos: Wendy Holdener gewinnt Gold bei der Kombination der Frauen in St. Moritz.
Keystone/ Gian Ehrenzeller
Zweite wird Michelle Gisin, sie beschert der Schweiz einen Doppelsieg.
Zweite wird Michelle Gisin, sie beschert der Schweiz einen Doppelsieg.
Joe Klamar, AFP
Sofia Goggia und Ilka Stuhec, welche nach der Abfahrt Erste und Zweite waren, sind die grossen Verliererinnen des Tages – sie stürzen beide.
Sofia Goggia und Ilka Stuhec, welche nach der Abfahrt Erste und Zweite waren, sind die grossen Verliererinnen des Tages – sie stürzen beide.
Joe Klamar
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Ihr Oberschenkel, blau, grün, er zeigte alle Farben. Trotzdem und trotz einer alles andere als optimalen Fahrt holte sie Bronze. Doch bereits das war eine leise Enttäuschung für Gut. Gold wäre bereitgelegen für sie in ihrer Lieblingsdisziplin - ja, wenn eben alles nach Plan gelaufen wäre. Nun wird es auch an dieser WM nichts mit dem lang ersehnten Gold für sie - dennoch musste die Schweiz am Freitag nicht auf eine strahlende Siegerin und erst noch eine strahlende Zweitplatzierte verzichten.

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