Goldsucher Ted wird fündig

Ted Ligety gewinnt den WM-Riesenslalom, es ist der erste Sieg für das US-Heimteam. Carlo Janka belegt Rang 11.

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Das war genau der Lauf, auf den die Amerikaner bei dieser Ski-WM gewartet hatten. Mit einer überragenden Leistung im zweiten Durchgang des Riesenslaloms holte Ted Ligety die ersehnte erste Goldmedaille für das Heimteam. «Ich wusste nach dem ersten Lauf, wo ich noch Reserven hatte», sagte er, «und ich wusste, dass ich sehr viel schneller fahren kann, denn ich liebe diesen Berg.» Er tat das und raste vom fünften auf den ersten Platz. Die Zuschauer auf der wieder einmal ausverkauften Tribüne im Stadion waren nicht mehr zu halten, so lange hatten sie auf diesen goldenen Moment warten müssen.

Es war in diesem grandiosen Rennen die «ganz heisse Kiste», die Felix Neureuther für den zweiten Lauf prophezeit hatte. Aber sie war es vor allem zwischen Ligety und Marcel Hirscher, der nach dem ersten Lauf geführt hatte. Als dem Österreicher im Ziel dann doch fast eine halbe Sekunde fehlte, warf Ligety seine Ski im hohen Bogen weg. Zum dritten Mal in Folge gewann der aktuelle ¬Olympiasieger den WM-Riesenslalom, Hirscher wurde Zweiter, Alexis Pinturault (Fr) Dritter. Und die Amerikaner, die sich ausgerechnet in Colorado, dem Staat des legendären Goldrush, so schwer mit der Suche nach dem begehrten Edelmetall getan hatten, schweben dank Ligety im Ski-Glück.

Zu viel Funkverkehr

Der erste Lauf war rein von der Kurssetzung her etwas vom Spektakuläreren, was man in dieser Disziplin in den vergangenen Jahren gesehen hat. Der deutsche Techniktrainer Albert Doppelhofer hatte mit einigen perfiden Torpositionen den Fahrern eine echte Aufgabe gestellt. Besonders ein «blindes» Tor, das man erst nach einem Übergang sah, brachte viel Spass für die Zuschauer und viel Mühe für die Fahrer, um es perfekt zu bewältigen. Wer nicht beim Tor zuvor schon die Ski in die richtige Richtung gebracht hatte, verpasste entweder das nächste oder verlor vor dem folgenden Flachstück viel Tempo.

Felix Neureuther, am Ende Vierter, hatte den ersten drei Fahrern noch am Fernseher zugeschaut, Routinier Benjamin Raich schied mit Startnummer 1 genau an diesem Tor aus, «und dann sind oben bei den Betreuern die Funkgeräte heiss gelaufen», sagte Neureuther. Davon wurde auch Marcel Hirscher gestört. «Es war dermassen viel Funkverkehr rund ums Starthaus und eine unglaubliche Hektik nach Benis Fahrt, ich war regelrecht ängstlich am Start, deshalb bin ich viel zu verhalten gefahren.»

«Seltsames» bei den Schweizern

Carlo Janka startete mit viel Zuversicht, «ich fuhr im oberen Teil so direkt wie immer hier im Weltcup». Die Kurssetzung liess das aber nicht zu. Im zweiten Lauf lief es ihm besser, mehr als eine Verbesserung vom 14. auf den 11. Rang lag aber nicht drin. Für ihn war es ein Abbild der bisherigen Saison und der WM, «abschnittsweise war es sehr gut, aber ich bekomme es einfach nicht im Ganzen zusammen, und dann reicht es halt nicht für weiter vorne». Die anderen Schweizer, Gino Caviezel (25.), Elia Zurbriggen (27.) und Justin Murisier (30.) bekundeten allesamt Mühe mit der Abstimmung. «Das ist seltsam», sagte Cheftrainer Thomas Stauffer, der sich mehr erwartet hatte.

Erstellt: 14.02.2015, 00:06 Uhr

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