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Wer glaubt Marcel Hirscher?

Marcel Hirscher kokettiert nach Slalom-Gold mit dem Rücktritt. Die Frage ist nur: Meint er es ernst?

Die Schweizer im Pech: Daniel Yule und Ramon Zenhäusern verpassen im WM-Slalom dasselbe Tor. (Video: SRF)

Marcel Hirscher holt die Goldmedaille im Slalom. So weit so normal. Der Österreicher dominiert schon im ersten Lauf so stark, dass er im ORF keine Antwort darauf findet, was er im zweiten besser machen könnte. Eine Seltenheit bei diesem Tüftler, bei diesem Perfektionisten, der zwischen zwei Durchgängen gerne mal sein ganzes Material auswechselt, wenn er das Gefühl hat, es laufe ihm nicht.

Eine Seltenheit ist es auch, weil Hirscher dazu neigt, sich schlechter zu reden, als er ist. Oder andere besser. In dieser Saison würde die Bühne Henrik Kristoffersen gehören, sagte er im Oktober, Marco Odermatt und Loïc Meillard seien zukünftige Sieger des Gesamtweltcups, sagte er auch.

Und am Sonntag nach dem Triumph im Slalom erschreckte er dann auch noch die österreichische Presse. «Wahrscheinlich war das meine letzte WM.» Er sagte es im Interview nach dem Rennen, er sagte es erneut an der Pressekonferenz.

Die Frage ist nur, ob ihm die Presse das noch glaubt. Oder sonst irgendwer. Denn der Meister des Skifahrens ist auch ein Meister der nicht eintreffenden Ankündigungen. Von seinem baldigen Rücktritt spricht er schon lange, jetzt, als Vater, noch mehr. Nach den Olympischen Spielen 2014 sagte der 29-Jährige etwa, er könne sich nicht vorstellen, noch einmal bei Olympia zu starten. Er tat es in Pyeongchang, holte zwei Goldmedaillen. Zudem holte er seit dieser Ankündigung fünf weitere Male den Gesamtweltcup.

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