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Diese rote Stange bricht Schweizer Herzen

Daniel Yule und Ramon Zenhäusern verpassen im WM-Slalom dasselbe Tor.

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Zwei Schweizer und ein heimtückisches Tor.

Fast unscheinbar steht sie da. Eine eigentlich ganz gewöhnliche rote Stange, eingesteckt gleich zu Beginn des Steilhangs im ersten Lauf des WM-Slaloms. Aber dann entpuppt sich diese Kippstange ausgerechnet für die besten Schweizer Slalomspezialisten als unüberwindbares Hindernis.

Erst fliegt Daniel Yule heran. Dem Walliser ist bis dahin ein fast perfekter Lauf gelungen, nur 0,28 Sekunden liegt er bei der letzten Zwischenzeit hinter dem Überflieger Marcel Hirscher. Es könnte ein Lauf sein, der ihm eine WM-Medaille bringt.

Aber eben ...

Dann steht da dieses rote Tor. Yule verliert kurz vor der Stange die Beherrschung über seine Skier, die Fliehkraft zwingt ihn in die Knie. Gleich darauf greifen die Kanten hart in den Schnee. Es wirkt, als würde er von einem Katapult aus dem Schnee geschleudert. Yule knallt auf den Rücken, rutscht hilflos wie ein Marienkäfer auf dem Rücken über den Schnee.

Aus, vorbei. Yule ist danach einfach ehrlich, als er im SRF Auskunft geben soll. Erst windet er sich noch, will «anständig» bleiben. Schliesslich sagt er doch, was sowieso alle wissen: «Es scheisst mich an.»

Haben sie den Kurs falsch gelesen?

Aber damit ist es noch nicht vorbei mit geplatzten Schweizer Träumen an diesem schwedischen Morgen. Nach Yule gelingt auch Ramon Zenhäusern eine gute Fahrt. Er wirkt zwar im oberen Teil noch etwas gehemmt, aber dann dreht er auf. Auch er ist auf bestem Weg, unter die ersten Drei zu fahren. Nur 0,62 Sekunden liegt er hinter Hirscher.

Aber eben ...

Dann steht da dieses heimtückische rote Tor. Haben die Schweizer Teamleader den Kurs bei der Besichtigung falsch gelesen? Ist es einfach Schicksal? Zenhäusern schafft es zwar noch, seine Skier um die Stange zu schmuggeln. Aber der Radius war von Anfang an falsch, er muss vor dem folgenden blauen Tor die Skier quer stellen. Der Schweizer steht praktisch still.

Immerhin, er kann sich noch ins Ziel retten. Er darf in den zweiten Lauf starten. Mit den Medaillenrängen dürfte er aber nichts zu tun haben. Als Zwölfter liegt er 2,32 Sekunden hinter dem Führenden Marcel Hirscher, mit dem er beinahe mitgehalten hätte. Wenn, ja wenn da nicht diese verflixte rote Stange gestanden wäre.

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