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Kaputt – aber für eine Medaille gut

Aksel Svindal (32) und Bode Miller (37) geben nach langen Verletzungspausen im heutigen Super-G ihre Comebacks. Ihre Teilnahme macht das WM-Rennen noch spannender.

Bode Miller (l., Silber) und Aksel Svindal (M., Gold) präsentieren ihre Medaillen nach dem olympischen Super-G in Vancouver. Nach Verletzungspausen kehren beide heute im WM-Super-G von Beaver Creek in den Wettkampf zurück. (Bild: 19. Februar 2010)
Bode Miller (l., Silber) und Aksel Svindal (M., Gold) präsentieren ihre Medaillen nach dem olympischen Super-G in Vancouver. Nach Verletzungspausen kehren beide heute im WM-Super-G von Beaver Creek in den Wettkampf zurück. (Bild: 19. Februar 2010)
Keystone
Der 32-jährige Svindal und Miller (37, r.) kennen sich schon lange. Hier treffen sie sich in Sölden. (24. Oktober 2013)
Der 32-jährige Svindal und Miller (37, r.) kennen sich schon lange. Hier treffen sie sich in Sölden. (24. Oktober 2013)
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Familiärer Support: Gattin Morgan Beck und Filius Sam halten Daddy Bode die Daumen. Wozu ist der Amerikaner heute auf der Birds of Prey fähig? (3. Februar 2015)
Familiärer Support: Gattin Morgan Beck und Filius Sam halten Daddy Bode die Daumen. Wozu ist der Amerikaner heute auf der Birds of Prey fähig? (3. Februar 2015)
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Dass Aksel Svindal überhaupt in Beaver Creek ist und heute den Super-G bestreiten wird, grenzt an ein Wunder. Am 19. Oktober riss seine rechte Achillessehne, als er mit den Teamkollegen herumalberte, wie er sagt. «Die Ärzte haben mir mitgeteilt, dass ich eigentlich keine Chance habe, an der WM teilzunehmen», sagt Svindal. Ein «eigentlich» ist für einen Spitzensportler vor allem das Signal, dass es eben doch möglich ist.

Also begann Svindal unmittelbar nach der Operation mit dem Aufbautraining, mit seinem Ausrüster bastelte er an Spezialschuhen herum, «mein rechter Schuh ist viermal so dick wie üblich», er ist innen mit etlichen Stützvorrichtungen versehen. «Entscheidend war, dass der Eingriff absolut reibungslos verlief», sagt er. Das nächste Signal, dass es eben doch reichen kann.

Ein Entscheid des Bauches

Das letzte Zeichen waren Trainingstage in Aspen. «Am Anfang», sagt Svindal, «ging es so lange gut, solange die Bedingungen super waren.» Sobald die Sicht schlechter wurde, Schneefall einsetzte, bekundete er Mühe. Erst am letzten Tag in Aspen, es war dunkel, es schneite, funktionierte plötzlich auch unter diesen Bedingungen alles perfekt, «da wusste ich, dass ich den Super-G in Beaver Creek fahren werde». Er nannte es einen Bauchentscheid, denn dort sammeln sich alle Emotionen, treffen Gefühle und Intelligenz aufeinander.

Der Super-G, der ist jetzt sein Ziel. Ob er auch am Samstag in der Abfahrt dabei ist, wird er hinterher entscheiden. Aber was sind seine Ziele? Ein fünffacher Weltmeister fährt doch nicht für einen Top-15-Platz mit? «Normalerweise nicht», sagt Svindal, «aber ich bin in keiner normalen Situation. Doch was wäre die Alternative gewesen, nur zuschauen? Das ist noch blöder, als 15. zu werden.»

Millers grosse Zuversicht

Neben Svindal steht heute ein anderer grosser Name des alpinen Skisports im Starthäuschen – Bode Miller. Drei Monate nach seiner Rückenoperation stellt sich der Amerikaner, der zuletzt im März 2014 Rennen bestritt, der Herausforderung namens Birds of Prey. Miller nennt den Berg einfach «Hügel», und typisch für seine lockere und kämpferische Art gibt er sich vor dem ersten Männerrennen an diesen Titelkämpfen sehr zuversichtlich. «Ich fühle mich fit für den Super-G und die Abfahrt. Ich bin hier – und bereit.» Und, damit es jeder von der Konkurrenz auch hören kann, erklärt er: «Wenn ich fahre, versuche ich auch zu gewinnen. So gehe ich das an. Schliesslich habe ich nichts zu verlieren.» Viermal hat er auf dieser Strecke in Beaver Creek schon triumphiert. «Ich weiss, wie man hier gewinnt.» Millers Aussage entspricht der Wahrheit.

Allerdings ist der 37-jährige Athlet mit reichlich Erfahrung auf der Piste und im Bereich Après-Ski auch nicht naiv. Er, der sechs Olympia- und fünf WM-Medaillen geholt hat, weiss selber nicht genau, wo er steht. Ob der Rücken wieder in Ordnung sei, wird er stets gefragt. «Schwierig zu sagen, ob alles gut ist. Ob die Verletzung überstanden ist, weiss man erst, wenn man sich wieder verletzt. Aber im Moment habe ich keine Schmerzen mehr.» Und wenn er Ski fahre, beeinträchtige ihn das nicht.

Es wäre fatal, die beiden Altmeister für den Super-G abzuschreiben. Die Tatsache, dass beide nach gravierenden Verletzungen heute schon wieder an den Start gehen, beweist, wie körperlich fit der elegante Svindal und Draufgänger Miller sind. An ihrer mentalen Stärke, zu der auch der eiserne Wille zählt, zweifelt ohnehin niemand. Die Konkurrenz ist sich ob der Gefahr des Duos bewusst. Der Österreicher Hannes Reichelt, am 18. Januar Abfahrtssieger am Lauberhorn, hat grossen Respekt vor den beiden Skigrössen und zählt sowohl Svindal als auch Miller zu den Medaillenkandidaten. «Neben Kjetil Jansrud natürlich.» Und fügt sogleich hinzu: «Das wird ein interessantes Rennen.»

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