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System Favre steht vor dem Aus

Sechs Bundesliga-Pleiten in Folge, eine Serie von desolaten Leistungen und kaum noch Hoffnung auf die Wende: Hertha Berlin befindet sich im freien Fall.

Beim 1:5-Debakel in Hoffenheim wurde deutlich: Das System Favre steht vor dem Aus. Der Coach muss täglich mit seiner Entlassung rechnen. Vor vier Monaten noch gefeiert, erlebte der Schweizer mit seiner riskanten Personalpolitik einen rasanten Absturz.

"Wir müssen uns an einen Tisch setzen und die Situation analysieren", sagte Manager Michael Preetz. Für Montag war eine Krisensitzung vorgesehen. Zuvor hatte Favre seine Schützlinge zum Auslaufen aufs Trainingsgelände geführt.

Ein Bild des Jammers gaben die Berliner beim Spiel in Hoffenheim ab. Die Abwehr schaute bei den Gegentoren zu, das Mittelfeld verlor die Zweikämpfe, und vom Sturm ging keine Gefahr aus. Hoffenheims Josip Simunic, im letzten Jahr noch Herthas Abwehrchef, musste sich nach seiner Auswechslung zur Halbzeit wegen einer Wadenverletzung die Frage gefallen lassen, ob er aus Mitleid mit seiner alten Mannschaft vom Platz gegangen war.

Favre gibt sich kämpferisch: "Ich werde weitermachen", sagte der Coach, dessen Aussagen mehr und mehr wie Durchhalteparolen klingen. Zudem macht der Ex-Profi in der Krise keine gute Figur. Nach dem Abpfiff in Hoffenheim versammelte er seine Spieler 40 Minuten in der Kabine. Dabei soll jedoch kaum gesprochen worden sein. Als die Spieler anschliessend in die "Freiheit" entlassen wurden, verweigerten sie jegliche Aussagen. Ein offensives Krisenmanagement wäre in dieser Situation angebrachter gewesen.

So verwundert es nicht, dass die Kritik im Umfeld wächst. Die Hauptstadt fürchtet um ihre Präsenz in der Fussball-Bundesliga. Die Berliner Boulevard-Zeitungen haben sich längst auf den Schweizer eingeschossen. Am Montag hiess es: "Monsieur Favre, bitte gehen Sie" (Bild), "Favre am Ende" (BZ) oder "Preetz rückt von Favre ab" (Berliner Kurier).

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