«14 Grand Slams sind genug»

Rafael Nadal trauert Paris nach und übt sich in Understatement.

Schafft er noch weitere grosse Titel? Rafael Nadal.

Schafft er noch weitere grosse Titel? Rafael Nadal. Bild: AFP

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Die Freude war gross in Ost-Westfalen, als Rafael Nadal mit dem Gerry-Weber-Open in Halle 2011 einen Dreijahresvertrag abschloss. Was daraus geworden ist, präsentiert sich im Rückblick ernüchternd: Der Spanier sollte in diesen Jahren nur eine Partie gewinnen. 2012 unterlag er im zweiten Spiel Philipp Kohlschreiber, 2013 meldete er sich kurzfristig ab, und 2014 erlitt er eine Startniederlage gegen Dustin Brown. Nun lässt er das Turnier wieder links liegen. «Dies ist der Ort, an dem ich sein muss», sagte er gestern im Londoner Queen’s Club. «In Halle habe ich nie gut gespielt.»

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Wird Rafael Nadal in Sachen Grand-Slam-Titel Roger Federer noch überholen?




Im Queen’s Club dagegen hatte er 2008 seinen ersten Rasentitel geholt, kurz danach gewann er den legendären Wimbledon-Final gegen Roger Federer. 2010 doppelte er in Wimbledon nach, doch es sollte bis zum vergangenen Sonntag dauern, ehe er auf Rasen den vierten ­Titel feiern konnte – in Stuttgart, das auf diese Saison hin die Spielfläche wechselte. «Rasen ist der Belag, auf dem ich am zweitmeisten Erfolge hatte», rief Nadal gestern in Erinnerung. Der Turniersieg im Weissenhof-Club – erst sein zweiter seit zwölf Monaten – bestärkt ihn im Glauben, seine Krise ­beendet zu haben. Mit neuem Stolz ­formuliert er seine Ziele, die er aber – ­gewohnt bescheiden – nicht allzu hoch ansetzt. Gefragt, wie viel ihm noch fehle, um wieder um Grand-Slam-Titel zu spielen, sagt er sogar: «Ich weiss das nicht, und es ist mir auch ziemlich egal. Ich habe in meiner Karriere genug gewonnen, 14 Grand Slams sind genug.» Nein, sein Ziel sei schlicht, sich Ende Saison für die ATP World Tour ­Finals in London zu qualifizieren. Dazu muss er im November zu den Top 8 gehören, ­momentan belegt er im Jahresklassement Rang 7. Im ATP-Ranking, das sich über zwölf Monate berechnet, ist er die Nummer 10. «Und das, obwohl ich sechs der letzten zwölf Monate verpasste und die ersten dreieinhalb Monate dieser Saison schrecklich waren», bemerkt er. «Seit eineinhalb Monaten geht es besser. Und meine Knie sind gesund.» Es tönte wie eine Kampfansage. «Djokovic hätte es verdient»

Einfach sei es schon nicht gewesen, über seine Viertelfinalniederlage gegen Novak Djokovic in Roland-Garros hinwegzukommen, gibt er zu. Aber so enttäuschend, wie die Sandsaison für ihn verlaufen war, sei die Niederlage keine grosse Überraschung mehr gewesen. Den Final zwischen Djokovic und Wawrinka habe er nicht gesehen. «Aber das hat nichts mit Arroganz zu tun oder damit, dass ich verloren hatte. Ich war in Stuttgart am Trainieren, und mein Masseur informierte mich ständig über das Spiel.» ­Natürlich sei es überraschend, dass Djokovic verloren habe, angesichts seiner allgemeinen ­Dominanz. «Aber ich gratuliere Stan. Ich bin froh für ihn.»

Trotz dieser netten Worte erweckt ­Nadal an diesem Montag den Eindruck, dass er Djokovic den Titel mehr gegönnt hätte. «Er würde ihn auch verdienen», sagt er. Und sollte es der Serbe noch schaffen, wäre es grossartig, fügte er an: Dann hätten drei Spieler der gleichen Ära den Karriere-Grand-Slam geschafft (zusammen mit Federer und ihm), was doch sehr speziell wäre. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.06.2015, 06:33 Uhr

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