«Als hätte ich den Mount Everest vor mir»

Roger Federer hat gegen Jo-Wilfried Tsonga erstmals am Australian Open seine Energiereserven anzapfen müssen. Den anstehenden Halbfinal gegen Andy Murray nimmt er mit gemischten Gefühlen in Angriff.

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Roger Federer hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Die Weltnummer 2 steht zum 10. Mal in Serie am Australian Open in den Halbfinals. Über dreieinhalb Stunden musste er gegen Jo-Wilfried Tsonga für diese Marke kämpfen. Entsprechend erleichtert nahm der Maestro den Medienmarathon in Angriff. «In den ersten beiden Sätzen war es ein Abtasten. Ich bin froh, dass ich noch durchgekommen bin. Ich konnte noch einmal extrem Gas geben, hatte dann aber doch noch ein paar Gefühlsmomente», sagte Federer gegenüber SRF.

Tsonga war für Federer der erwartet unangenehme Gegner, kaum konnte sich der Schweizer mit einem Break distanzieren, machte der Franzose den Vorsprung zunichte. Tsonga blieb bis am Schluss unberechenbar und kämpferisch. «Es ist hart, wenn man nicht weiss, was kommt. Der vierte und auch der fünfte Satz waren anstrengend für mich. Ich hatte extrem viele Chancen, plötzlich kam er wieder zurück. Dass wir uns dann so oft breakten, hat mich echt überrascht», so Federer.

Der erste Fünfsätzer für Federer

Den Schlüssel zum Erfolg fand Roger Federer schliesslich in seiner dominierenden Spielweise. Er zeigt sich in der Analyse aber auch selbstkritisch: «Ich konnte mir mehr Chancen erarbeiten, das machte mich sehr zufrieden. Am Anfang war der Service das Problem. So habe ich mir das Leben schwer gemacht.»

Nach den vergleichsweise lockeren Partien gegen Bernard Tomic und Milos Raonic (je drei Sätze) musste Federer im Kampf gegen Tsonga erstmals Federn lassen. «Ich komme aus einem Fünfsätzer. Im Hinblick auf den Final habe ich ein hartes Programm vor mir. Im Moment sieht es so aus, als hätte ich mit Murray und allenfalls Djokovic den Mount Everest vor mir. Aber morgen, wenn ich aufwache und mich gut fühle, dann denke ich nicht mehr daran.»

«Murray ist offensiv und aggressiv»

Die bevorstehende Partie gegen Andy Murray weckt beim 31-jährigen Baselbieter Erinnerungen an das Endspiel 2010, als er dem Schotten beim 3:0-Sieg kaum eine Chance liess. Für den diesjährigen Halbfinal sieht sich Federer allerdings nicht zwingend in der Favoritenrolle. «Murray hat bisher einen starken Eindruck hinterlassen. Ich muss sicher offensiv spielen, denn er hatte in den letzten paar Begegnungen zwischen uns die Tendenz, sehr offensiv und aggressiv zu spielen, deshalb gibt es einen anderen Typus von Match als vor ein paar Jahren.»

Erstellt: 23.01.2013, 16:20 Uhr

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