Bacsinszky begeistert «New York Times»-Journalisten

Ben Rothenberg hats gepackt, das Spiel und die Comeback-Story der Lausannerin. Und er erzählt eine witzige Anekdote eines Treffens mit Serena Williams.

Aufschlag Bacsinszky: Die Lausannerin fasziniert durch Variantenreichtum, Kampfkraft und ihre spezielle Persönlichkeit.

Aufschlag Bacsinszky: Die Lausannerin fasziniert durch Variantenreichtum, Kampfkraft und ihre spezielle Persönlichkeit. Bild: Keystone

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Ben Rothenberg, ein führender Tennisjournalist der «New York Times», ist schon seit einiger Zeit ein regelmässiger Gast bei den Medienterminen von Timea Bacsinszky. Nun, vor dem grössten Auftritt der Lausannerin, die heute am späteren Nachmittag auf Serena Williams trifft, fasste er seine Faszination in einem längeren, schwärmerischen Artikel in Worte. Und er bekannte via Twitter, wie sehr ihm diese Story und ihre Hauptdarstellerin selber gefallen: «Es ist entzückend – und ich brauche dieses Wort sonst nicht –, wie Bacsinszky dieses Jahr nach oben stürmt», zwitscherte er.

In der New Yorker Zeitung erzählte er dann einmal mehr ihre gesamte Geschichte, eine Comeback-Story ganz nach dem Gusto der Amerikaner. Wie die Lausannerin als Wunderkind von ihrem Vater unter Druck gesetzt worden war, wie sie sich von ihm löste und schliesslich, vor zwei Jahren, ihre Karriere faktisch beendet hatte und sich einer Ausbildung im Hotel-Management zuwandte. Wie sie dann, aus dem Nichts, eine automatisch generierte E-Mail vom French Open 2013 erhielt, sie könne die Qualifikation bestreiten. Wie sie darauf ihre Sachen packte und nach Roland Garros reiste. Wie sie ihre Karriere neu lancierte, nochmals ganz unten begann und nun neue Höhen erreichte (nach dem French Open gehört sie zu den Top 15). Und wie sie nun – ein bisheriger Höhepunkt –, im Halbfinal des French Open die grosse Serena Williams fordert, die 19-fache Grand-Slam-Siegerin und Nummer 1.

Bacsinszky fasziniert weltweit

Rothenberg ist mit seiner spürbaren Begeisterung kein Einzelfall: Die Story der Vaudoise aus Belmont-sur-Lausanne, die am Montag 26 wird, strahlt weit über die Landesgrenzen hinaus. Auch andere weit gereiste Tennisjournalisten zeigen sich fasziniert von dieser Frau, die nicht nur ein erfrischend variantenreiches Tennis praktiziert, sondern in den Interviews durch eine selten gesehene Offenheit, durch Charakter und Persönlichkeit verblüfft. Wie reflektiert und ehrlich sie über ihre Kindheit und das harte Regime ihres Vaters mit all seinen Konsequenzen spricht, erstaunt selbst Leute, die das Tennis seit Jahrzehnten eng verfolgen.

Das vorherrschende Gefühl betreffend Bacsinszky ist vor dem heutigen Halbfinal in der amerikanischen Berichterstattung aber der Respekt davor, dass sie auch Serena Williams schlagen könnte. Rothenberg erzählt seinen Lesern eine Anekdote, die zeigt, wie unkonventionell, keck und respektlos die Lausannerin in Spielen gegen die Besten ist: Schon als sie zum ersten Mal auf Williams traf, 2010 in Rom, habe sie einen der harten Aufschläge der Amerikanerin mit einem Stoppball-Return beantwortet und damit den Punkt gewonnen. «Williams staunte, und sie reagierte mit einem Ass beim nächsten Aufschlag. Dann schaute sie übers Netz und sagte: ‹Willst du da auch einen Stoppball spielen?›»

Auch Williams zeigt Respekt

Auch Williams äussert sich denn sehr vorsichtig über Bacsinszky: «Vor allem ist sie eine riesige Kämpferin. Selbst wenn du klar führst und einen Matchball hast, gibt sie nie auf.» Für sie sei deshalb klar: «Ich muss eine starke Leistung zeigen.»

Erstellt: 04.06.2015, 10:56 Uhr

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