Bacsinszky ringt Weltnummer 9 nieder

Fast aussichtslos lag die Lausannerin im Entscheidungssatz zurück – und kämpfte sich in Indian Wells dennoch zum Sieg. Einem Rekordsieg.

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Zweimal hatte für die Siegerin von Acapulco und Monterrey gegen Jekaterina Makarowa nicht mehr viel auf einen weiteren Erfolg hingedeutet. Bacsinszky fiel auf dem Weg zum 3:6, 7:5, 6:4 schon im zweiten Satz mit einem Break in Rückstand (1:2), im entscheidenden Durchgang verlor sie sogar ihre ersten beiden Aufschlagspiele und lag 0:3 zurück. Doch einmal mehr schaffte sie es, in scheinbar aussichtsloser Lage einen Weg zum Sieg zu finden, diesmal vor allem dank Stolz und Geduld.

«Die Menschen haben grössere Ressourcen, als sie denken», sagte die 25-Jährige, auf ihre Anstrengungen der letzten Tage und Wochen angesprochen. Sie sei in Indian Wells zwar Stammgast bei den Masseuren und Physiotherapeuten und etwas müde im Kopf, gab sie zu. Doch im zweiten Satz habe sie sich einen Ruck gegeben: «Am Anfang spielten wir beide schlecht. Bei 1:2 im zweiten Satz sagte ich mir: So kann ich nicht verlieren.»

Gegen Switolina – und dann Williams?

Im dritten Satz habe Makarowa dann zu Beginn so stark gespielt, dass sie sich bewusst gewesen sei, dass sie nun einfach geduldig bleiben müsse. «Sie schlug aus dem Nichts Winner. Aber ich dachte: Wenn sie mich schlagen will, muss sie so weiterspielen.» Sie verglich ein solches Tennisspiel dann sogar mit einem Stierkampf, was die Einstellung betrifft: Es gehe darum, den Gegner zu zermürben, ihn arbeiten zu lassen, ihn in einen Abnützungskampf zu verstricken, Nadelstich um Nadelstich zu setzen.

Bacsinszky, die ihre Müdigkeit mit dem grossen Selbstvertrauen wettmachte, gelangen im 3. Satz Breaks zum 1:3 und 4:4, worauf Makarowa den Glauben an den Sieg sichtlich verlor. Nach 2:28 Stunden feierte die Westschweizerin ihren 14. Sieg in Serie, bereits den 20. des Jahres, ein Rekord. Und diesen jüngsten Erfolg wolle sie etwas geniessen, bevor sie sich mit ihrem Achtelfinal gegen Jelina Switolina aus der Ukraine beschäftige, gab sie zu. «Immerhin schlag ich nicht jeden Tag eine Top-10-Spielerin.» Auf die 20-jährige Switolina, die als Nummer 29 drei Positionen hinter ihr klassiert ist, trifft sie zum ersten Mal. Sollte sie weitersiegen, könnte sie zu einem weiteren grossen Auftritt kommen: Im Viertelfinal dürfte Serena Williams warten, die ihre zweite Partie locker gewann. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.03.2015, 02:28 Uhr

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