Becker will kein verspäteter Aprilscherz sein

Boris Becker, der von Novak Djokovic als Trainer engagiert wurde, ist überzeugt, dass er seine Kritiker Lügen strafen wird.

«Warum hat man so lange gewartet?» Boris Becker ist zurück auf der grossen Tennisbühne – als Trainer.

«Warum hat man so lange gewartet?» Boris Becker ist zurück auf der grossen Tennisbühne – als Trainer. Bild: Keystone

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Als der Weltranglistenzweite Novak Djokovic den dreifachen Wimbledonsieger Boris Becker vergangene Woche als seinen neuen Trainer präsentierte, reagierten nicht wenige Beobachter gelinde gesagt irritiert. Becker, dessen Ruf unter seiner ständigen Präsenz in der Klatschpresse gelitten hat, ist aber überzeugt, dass er der richtige Mann ist, um Djokovic noch besser zu machen.

Ihn überrasche es nicht, dass er von Djokovic ausgewählt wurde. «Ich frage mich eher: Warum hat man so lange gewartet?», so Becker gegenüber der «Bild am Sonntag». «Wir waren eine Generation, die sich vom Tennis her von der heutigen gar nicht so gross unterscheidet. Wir haben früher auch sehr schnell gespielt, haben sogar zum Teil härter aufgeschlagen. Wir haben das moderne Tennis geprägt, das die Jungs von heute perfektioniert haben.»

Becker sieht sich in einer Reihe mit Andy Murrays Coach Ivan Lendl und Stefan Edberg, der bei Roger Federer im Gespräch sein soll und schon mit dem Schweizer trainierte: «Unter Lendl wurde Murray Wimbledonsieger. Er hat ihm die entscheidenden zehn Prozent gebracht.» Günter Bosch, der einst Beckers Trainer war, glaubt fest daran, dass der von vielen belächelte Rotschopf seine Kritiker widerlegen wird. «Er kann Djokovic beibringen, dass verloren geglaubte Spiele noch lange nicht verloren sind. In diesem Punkt war Boris einmalig», erklärte der 76-Jährige.

Offenbar kam der Kontakt zwischen Djokovic und Becker an jenem Tag zustande, an dem der Serbe die Nummer 1 an seinen spanischen Rivalen Rafael Nadal verlor. Und der Deutsche ist begeistert von der Einstellung seines Schützlings. «Er ordnet jeden Tag des Jahres dem Tennis unter. Da macht die Verlobte mit, da macht die Familie mit – nur so geht es», führt der Neo-Trainer aus. «Und so war das bei mir auch. Es spricht für seine Einstellung, dass er mit sechs Grand-Slam-Titeln nicht zufrieden ist. Er möchte viel mehr gewinnen, als er bis jetzt gewonnen hat.» (ak)

Erstellt: 22.12.2013, 01:36 Uhr

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