Bencic und die Märchenerzähler

Die Geschichte der Schweizer Tennisaufsteigerin und ihrer privaten Tweets hat einen Schönheitsfehler.

Erfolg mit Folgen: Belinda Bencic, am Montag in der Partie gegen Svetlana Kusnezowa in Tokio. Foto: Shizuo Kambayashi (AP, Keystone)

Erfolg mit Folgen: Belinda Bencic, am Montag in der Partie gegen Svetlana Kusnezowa in Tokio. Foto: Shizuo Kambayashi (AP, Keystone)

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Rasant stürmt Belinda Bencic die Weltrangliste hoch, und ebenso schnell müssen sie und ihr Umfeld lernen, dass Erfolg auch unerwünschte Folgen haben kann. So nahm die 17-Jährige nach ihrem Viertelfinal am US Open erstaunt eine Meldung zur Kenntnis, wonach sie via Twitter verbreitet habe, dass dieses Turnier ihrer Grossmutter («die in Frieden ruht») und ihrem Freund («der immer für mich da ist») gewidmet sei. Unter anderen griffen die «Schweizer Illustrierte» und das «St. Galler Tagblatt» die Meldung auf.

Der kleine Schönheitsfehler: Die Aufsteigerin des Jahres, die am Montag in Tokio mit Svetlana Kusnezowa eine frühere US-Open- und Paris-Siegerin und die Nummer 23 der Welt 6:3, 6:0 schlug, hat noch immer beide Grossmütter, dafür keinen Freund. Anders gesagt: Die Twitter-Meldung war eine Fälschung von Trittbrettfahrern und Märchenerzählern, die sich einen billigen Scherz erlaubt hatten.

Offizielles Gezwitscher

Inzwischen liess ihr Management gleich mehrere falsche Twitter-Konten schliessen, die in ihrem Namen Kurzmeldungen verbreiteten. Dafür stiess die Nummer 34 nun selbst zur Welt der Zwitscherer, ganz offiziell mit dem Kürzel @BelindaBencic. Was ihre Anhängerschaft betrifft, hat sie denn auch noch Nachholbedarf: Gestern war sie erst bei 1561 Followern angelangt – die Top 10 der meistverfolgten Tennis-Asse weisen über eine Million Anhänger auf, Serena Williams als populärste Frau geht auf die 5-Millionen-Grenze zu. Aber Bencic hat ja noch 15 Jahre Zeit, bis sie so alt ist wie die grosse Dame des Tennis heute.

Erstellt: 16.09.2014, 13:23 Uhr

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