Betreibungen gegen Patty Schnyder

Die ehemalige Schweizer Top-10-Spielerin Patty Schnyder hat offenbar Probleme mit ihren Finanzen. Wie der «Blick» heute berichtet, bestünden gegen die ehemalige Top-Ten-Spielerin zahlreiche Forderungen vom Betreibungsamt.

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Patty Schnyder, lange Jahre die beste Schweizer Tennisspielerin, soll unter finanziellem Druck stehen. Wie der «Blick» heute berichtet, bestünden gegen die ehemalige Top-10-Spielerin Forderungen in der Höhe von knapp 380'000 Franken. Alleine bei einer Zürcher Firma soll die Baselbieterin rund 150'000 Franken Schulden haben. Bei den Gläubigern handle es sich unter anderem um Banken, Kreditkarteninstitute, Inkassofirmen, eine Treuhandgesellschaft, Steuerverwaltungen und die Billag.

Ist der Treuhänder schuld?

In einer Stellungnahme gegenüber dem «Blick» wies die 32-Jährige darauf hin, dass die Verschuldung durch «Urkundenfälschungen und Unterschlagungen in mehreren Fällen» eines ehemaligen Treuhänders zustande gekommen sei. Gegen diesen habe sie nun auch strafrechtliche und zivilrechtliche Schritte unternommen. Schliesslich schreibt sie auch, dass «geprüft werden muss, wie fahrlässig einige der betroffenen Unternehmen gehandelt haben.»

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, was mit Schnyders Geld passiert ist, das sie auf der Tennistour gewonnen hat. Die WTA gibt an, dass Patty Schnyder in ihrer Karriere seit August 1994 rund achteinhalb Millionen Dollar an Preisgeld eingespielt hat. Zusätzlich dürfte ein Millionenbetrag an Werbeeinnahmen hinzukommen. In den vier Turnieren in diesem Jahr hat sie bisher ein Preisgeld von gut 60'000 Dollar erwirtschaftet.

Kaum noch kostendeckend

Schnyder spielt schon länger mit mässigem Erfolg. Selten kommt sie über den Sechzehntelfinal hinaus. Nur einmal erreichte sie den Viertelfinal (in Fès/Marokko), einmal einen Halbfinal (Prag) und zweimal einen Final (Budapest/Linz), wo sie aber jeweils nicht gewinnen konnte. Es resultierten meist Turnierauftritte, die sich kaum lohnen können, wenn man die anfallenden Kosten abzieht: So zum Beispiel die Turniere in Istanbul und Ponte Vedra, bei welchen sie rund 1600 Franken einspielte. Nur die Grossturniere bringen grössere Gewinne. Beim letztjährigen French Open waren es knapp 20'000 Franken, das Turnier in Madrid brachte rund 35'000 Franken und schliesslich das US Open fast 45'000 Franken.

Den nächsten Auftritt wird Patty Schnyder zwischen dem 2. und 10. April am «Family Cup» in Charleston in South Carolina haben. Das Preisgeld beläuft sich an diesem Turnier auf rund 660'000 Franken.

Stationen eines Talents

Im August 1994 startete die talentierte Patty Schnyder ihre Profi-Karriere und schnupperte nur vier Jahre später mit Ranking-Platz 11 bereits an den Top-10. Jedoch trennte sie sich danach von ihrem Trainer Eric van Harpen, da sie sich mit ihrem neuen Freund und Trainer Rainer Harnecker noch mehr Erfolg versprach. Dessen Geheimrezept für Patty Schnyder waren Orangensaftkuren, die aber nicht zum Erfolg, sondern zu einem Rückfall in der Weltrangliste auf Platz 37 im Jahr 2001 führten. Als die kriminellen Machenschaften von Harnecker ans Licht kamen, trennte sich Schnyder von diesem.

Auch ihr neuer Mann, Rainer Hoffmann, geriet mit dem Gesetz in Konflikt. Patty Schnyder hielt aber zu ihm. Es folgte wieder eine sportliche Verbesserung: So konnte sie 2005 ihre besten Platzierung im Einzel (Rang 7) und im Doppel (Rang 15) erreichen. Bis 2008 hielt sie sich in den Top-15, danach schien sie ihren Zenit überschritten zu haben und fiel zurück. Aktuell rangiert sie auf dem 41. Platz der Weltrangliste. (ot)

Erstellt: 29.03.2011, 10:18 Uhr

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