Das Los begünstigt Nadal, nicht Federer

Die Tableauhälfte des Schweizers ist am Australian Open gespickt mit grossen Namen. Ganz bitter traf es Belinda Bencic.

Weil es so schön war: Der spektakuläre Finalkrimi am Australian Open 2017.

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Seit Roger Federer am letztjährigen Australian Open als Nummer 17 zum Titel stürmte und dabei vier Top-10-Spieler aus dem Weg räumte (Berdych, Nishikori, Wawrinka, Nadal), kann man bei ihm schwerlich noch von einer schwierigen Auslosung sprechen. Doch fürs erste Grand Slam von 2018 hätte es für ihn zumindest auf dem Papier günstiger kommen können.

Da Rafael Nadal und er erstmals seit sieben Jahren wieder als Nummern 1 und 2 an einem Major-Turnier gesetzt sind, könnten sie sich erst im Final treffen. Die obere Tableauhälfte mit Nadal ist aber markant schwächer besetzt. In der unteren mit Federer tummeln sich die grossen Namen: Novak Djokovic, Stan Wawrinka, Alexander Zverev, Dominic Thiem, Juan Martin Del Potro, Tomas Berdych, David Goffin.

In den ersten Runden in Form spielen

Da man im Tennis bekanntlicherweise nur jenen Gegner schlagen muss, der einem an einem bestimmten Tag vorgesetzt wird, wird es Federer nicht mit allen zu tun bekommen. Und zumindest der Einstieg präsentiert sich für den 19-fachen Grand-Slam-Sieger nicht allzu tückisch: Seine zu erwartenden ersten beiden Gegner sind Aljaz Bedene (SLO, ATP 52), und Jan-Lennard Struff (GER, 53), dann könnte er auf den alten Bekannten Richard Gasquet (FRA, 31) treffen. Gegen diesen weist er eine beruhigende Bilanz von 16:2 auf.

Bis dann muss sich Federer in Form gespielt haben, denn dann ist es vorbei mit Gegnern, die er zuletzt beherrscht hat. Im Achtelfinal könnte er es mit Milos Raonic (CAN, 23) zu tun bekommen, der ihm im Wimbledon-Halbfinal 2016 eine empfindliche Niederlage zufügte. Im Viertelfinal mit David Goffin (BEL, 27) oder Juan Martin Del Potro (ARG, 12), die seinen Herbst 2017 trübten, ihn am ATP-Finale, respektive am US Open schlugen. Im Halbfinal wäre ein Duell mit Jungstar Alexander Zverev (GER, 4) oder den Rückkehrern Stan Wawrinka (9) oder Novak Djokovic (14) möglich.

Wawrinkas sanfter Einstieg – wenn er denn spielt

Letzte umschwirren nach ihren längeren Pausen Fragezeichen. Djokovic zeigte mit einem Sieg gegen Dominic Thiem in Kooyong, dass er das Tennisspielen nicht verlernt hat. Der Romand sagte kurzfristig für die Exhibition «Tie-Break-Tens» ab, dürfte aber alles daran setzen, in Melbourne antreten zu können. Die Auslosung bescherte ihm einen sanften Einstieg gegen den Litauer Ricardas Berankis (138), dann würde er auf Jeremy Chardy (FRA, 77) oder Tennys Sandgren (USA, 96) treffen, ehe sich gegen die Spanier Roberto Bautista Agut (21) oder Fernando Verdasco (40) ein harter Test abzeichnet.

Rafael Nadal dürfte erst in einen möglichen Viertelfinal gegen den Kroaten Marin Cilic (6) richtig geprüft werden. Das Los meint es gut mit ihm in letzter Zeit. Auf dem Weg zu seinem US-Open-Titel war er letzten Herbst keinem Top-25-Spieler begegnet.

Gar keine günstige Auslosung erwischte Belinda Bencic, die sich wieder in Form gespielt hat und am Hopman-Cup mit der Amerikanerin Coco Vandeweghe (WTA 10) sogar wieder eine Top-10-Spielerin schlug. In Melbourne wurde die Latte für sie noch höher gesetzt: Sie trifft da gleich zum Auftakt auf Venus Williams (5). Die 37-Jährige befindet sich in einem eindrücklichen Karriereherbst, stand vergangene Saison in den Finals von Melbourne und Wimbledon und liebt schnelle Unterlagen - wie jene am Australian Open. Williams hat alle vier Duelle mit Bencic ohne Satzverlust gewonnen, ihr letztes datiert aber vom US Open 2015. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.01.2018, 11:22 Uhr

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