«Das ist nicht fair»

Rafael Nadal kritisiert die einseitige Belagwahl an den World Tour Finals in London und greift die ATP an.

«Spieler, die lieber Outdoor und auf Sand spielen, haben keine gute Chance, das Turnier zu gewinnen»: Rafael Nadal nutzt die letzte Pressekonferenz in Basel für einen Seitenhieb an die ATP.
Video: Sebastian Rieder

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Der Vorwurf ist nicht neu, aber zwei Wochen vor den World Tour Finals in London stimmt Rafael Nadal sein altes Klagelied wieder an. «Ich habe dort sicherlich nicht die besten Chancen, um zu gewinnen.» Trotz zuletzt aufsteigender Form und der knappen Niederlage im Endspiel der Swiss Indoors in Basel gegen Roger Federer, überwiegen für den Spanier die Nachteile in der O2-Arena an der Themse. «Spieler, die lieber Outdoor und auf Sand spielen, haben keine gute Chance, das Turnier zu gewinnen.»

Nadal beklagt sich darüber, dass das Saisonfinal stets in einer Halle und während seiner Karriere immer auf Hartplätzen ausgetragen wurde. «Ich weiss nicht, ob das 100 Prozent fair ist, dass wir immer Indoor gespielt haben», sagt Nadal, der das letzte Turnier des Jahres noch nie gewinnen konnte. Mit der Halle als Spielort könne er zwar leben, «aber man kann Indoor auch auf verschiedenen Belägen spielen».

Unter freiem Himmel wurde das Turnier der Top 8 zuletzt 2004 in Houston gespielt, seither fand die Ausmarchung des ATP-Weltmeisters in Shanghai (2005 bis 2008) und in London (2009 bis 2015) in einer geschlossenen Arena statt. Ganz im Gegensatz zu den vier Grand-Slam-Turnieren, die auf allen Plätzen dem Einfluss der Natur ausgesetzt sind – abgesehen vom Centre Court in Wimbledon, seit 2009 mit schliessbarem Dach; das Arthur Ashe Stadion in New York folgt der Modernisierung und wird ab 2017 mit einer mobilen Bedeckung ausgestattet sein.

Jährlicher Belagwechsel

Ein Blick auf die Geschichte der World Tour Finals zeigt, dass alle 45 Ausgaben mit nur einer Ausnahme immer auf Teppich (bis 1995) oder Hartplatz angesetzt wurden. Als Sandspezialist fordert Nadal deshalb ein Umdenken bei der ATP. «Es sind die besten acht Spieler, die sich auf allen Belägen für die World Tour Finals qualifiziert haben. Auf Hartplatz haben alle meine Gegner einen Vorteil, weil sie auf einem Belag spielen, den sie mehr mögen als ich», sagt Nadal, «die ATP hat mir bisher keine gute Chance gegeben.»

Konkret wünscht sich der 29-Jährige jedes Jahr eine andere Unterlage, also auch Rasen und selbstverständlich Sand. Erstmals sprach Nadal vor zwei Jahren davon, dass ein Belagwechsel nicht nur fairer, sondern auch für die Fans interessanter wäre. Innovativ zeigte sich der Mallorquiner schon 2007, als er sich mit Roger Federer im Velodrom von Palma auf einem geteilten Rasen-Sand-Platz duellierte und die Exhibition mit 7:5, 4:6 und 7:6 gewann.

Der Kampf der Beläge – Federer gegen Nadal 2007 in Palma de Mallorca.

Erstellt: 03.11.2015, 10:49 Uhr

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