Der japanische Duracell-Hase

Vor 19 Jahren stand Kimiko Date-Krumm gegen Steffi Graf im Halbfinal des Australian Open. Heute erreichte sie die 3. Runde und ist mit 42 Jahren doppelt so alt wie ihre nächste Gegnerin.

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In der unbarmherzigen Hitze der australischen Sonne spielte neben den grossen Courts auf dem kleinen Nebenplatz 6 die Japanerin Kimiko Date-Krumm (WTA 100). Sie besiegte in zwei Sätzen die Israeli Shahar Peer (WTA 90) 6:2, 7:5 und schaffte zusammen mit 31 anderen Spielerinnen den Einzug in die dritte Runde des Australian Open. Doch Date-Krumm hebt sich wesentlich von ihren Konkurrentinnen ab: Sie ist älter, teilweise doppelt so alt wie ihre Gegnerinnen. Das Rezept, um so lange zu spielen, sei ganz einfach: «Man braucht nichts Spezielles, man muss seine Energie einfach ausschliesslich für das Tennis einsetzen.»

Dass sie das macht, hat in der ersten Runde auch die an Nummer 12 gesetzte Russin Nadia Petrowa (WTA 12) erfahren müssen: Sie unterlag der zähen Japanerin klar 2:6, 0:6. Damit stellte die 42-Jährige den Rekord für die älteste Spielerin auf, die jemals eine Einzel-Partie beim Australian Open gewinnen konnte. Spurlos gehen diese Strapazen – Date-Krumm spielt auch noch Doppel – nicht an ihr vorbei. «Ich bin immer müde und kaputt, deshalb schlafe ich dann einfach sehr viel. Und wie ein Kind liege ich meistens schon vor 22 Uhr im Bett», erklärt sie.

Die zweite Karriere

Solche Siege feiert die 1,63-Meter-Frau nicht zum ersten Mal, denn sie hat bereits eine erfolgreiche Karriere hinter sich. Von 1989 bis 1996 spielte sie auf der Profi-Tour und schaffte es sogar bis zur Position 4 in der Weltrangliste. Ihr bestes Australian-Open-Ergebnis liegt mittlerweile 19 Jahre zurück: 1994 kämpfte sie sich bis in die Halbfinals vor, wo sie dann erst an Steffi Graf scheiterte. Zwei Jahre später hängte sie ihr Racket dann an den Nagel, nur um 2009 auf die WTA-Tour zurückzukehren.

«In den letzten 10, 20 Jahren hat sich das Damentennis stark verändert. Steffi Graf und Martina Navratilova waren die grossen Technikerinnen. Heute hingegen ist das Spiel viel schneller und kraftvoller geworden», erinnert sich die Ehefrau des deutschen Rennfahrers Michael Krumm.

Doppelt so alt wie die nächste Gegnerin

In der dritten Runde trifft Date-Krumm auf die 21-jährige Serbin Bojana Jovanovski (WTA 56). In Anbetracht der momentanen Form und der enormen Erfahrung wird es wohl trotz des Unterschieds im Ranking eine enge Partie werden. Doch auch wenn es in diesem Jahr nicht klappt, denkt die Altmeisterin noch nicht ans Aufhören. Auf die Frage, wie viele Australian Open sie denn noch spielen möchte, antwortete Date-Krumm mit einem Augenzwinkern: «Es wird nicht einfach, aber fünf weitere will ich spielen. Dafür brauche ich dann wohl einen neuen Körper.» (rso)

Erstellt: 17.01.2013, 17:33 Uhr

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