Ein Tennisturnier, wie verhext

Die Schweizer feierten beim Madrid Open in der Caja mágica – der «Zauberkiste» – schon grosse Erfolge. 2014 lief für sie aber (fast) alles schief, Belinda Bencic hatte sogar doppelt Pech.

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Seit 2009 die futuristische Tennisanlage Caja mágica im Süden Madrids in Betrieb genommen wurde, hatten die Schweizer fast immer etwas zu feiern: In vier der bisherigen fünf Endspiele waren entweder Roger Federer (2 Titel, 1 Final) oder Stanislas Wawrinka (Finalist 2013) dabei. In ihrem ersten Turnier nach Monte Carlo, wo sie gemeinsam im Final gestanden waren, passte nun aber gar nichts zusammen; Federer sagte wegen der Geburt seiner zweiten Zwillinge ab, Wawrinka scheiterte sogleich am 20-jährigen Österreicher Dominic Thiem.

Damit nicht genug: Auch die Schweizer Frauen mussten sich mit Brosamen begnügen. Stefanie Vögele scheiterte im Startspiel, Martina Hingis mit Sabine Lisicki in Runde 2, und auch für Belinda Bencic, die immerhin die stark besetzte Qualifikation überstanden hatte, endete das Madrid Open mit einer zweifachen Enttäuschung. Nachdem die 17-jährige Junioren-Weltmeisterin von 2013 im Einzel im Hauptturnier dann sogleich auf Serena Williams getroffen und chancenlos geblieben war, mussten sie und ihre Partnerin Maria Kirilenko im Doppel gegen Chan/Scheepers Forfait erklären. Die Russin musste sich wegen einer Handgelenkverletzung nach dem gewonnenen ersten Einzel zurückziehen.

Bencic/Hingis momentan kein Thema

Dabei wäre Madrid für Bencic eine grossartige Gelegenheit gewesen, endlich auch im Doppel Erfahrung zu sammeln und Punkte zu gewinnen. Mit Kirilenko, die schon 12 Doppelturniere gewonnen hat, hatte sie eine Wildcard erhalten; die Partnerschaft war durch die Vermittlung der Agentur Octagon zustande gekommen. Während die Ostschweizerin mit Wohnort Wollerau im Einzel abgehoben und bereits bis auf Rang 91 vorgestossen ist (diese Woche ist sie die Nummer 104), liegt sie im Doppel vergleichsweise abgeschlagen auf Rang 393. Mit dieser Position qualifiziert sie sich nicht einmal für Qualifikationsturniere und ist auf der WTA-Tour auf Wildcards angewiesen. Solche erhält sie im Doppel aber nur, wenn sie mit bekannten Partnerinnen zusammenspielt – wie Kirilenko, der Freundin des NHL-Eishockeyspielers Alex Owetschkin (Washington Capitals).

Attraktiv für Turnierveranstalter wäre auch ein Duo Bencic/Martina Hingis, doch eine solche Paarung ist momentan kein Thema. Denn Hingis feierte an der Seite von Sabine Lisicki, die sie als Coach betreut, in Miami eben einen grossen Turniersieg und spielt verständlicherweise weiterhin mit der Wimbledonfinalistin aus Deutschland.

Zwei neue Sponsoringverträge

Trotz der Doppel-Enttäuschung von Madrid befindet sich Belinda Bencic weiter im Aufwind. Bereits am Donnerstag reist sie weiter nach Rom, wo sie das nächste Qualifikationsturnier in Angriff nimmt. Je nach Abschneiden erwägt sie, vor dem French Open auch noch das kleinere Sandturnier von Nürnberg zu bestreiten. In Roland Garros kann sie dank ihrem Sprung in der Weltrangliste direkt im Hauptfeld starten.

Auch neben den Courts läuft es für die stärkste 17-Jährige rund: Nach Rolex konnte sie mit Caran d'Ache und Roland (Zwieback) nun eben zwei weitere Schweizer Firmen als Werbepartner gewinnen. Mit beiden Unternehmen schloss ihr Manager Marcel Niederer Fünfjahresverträge ab.

Erstellt: 08.05.2014, 14:32 Uhr

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