Ein verhängnisvoller Fussfehler

Tagesanzeiger.ch/Newsnet lässt während des US Open täglich eine denkwürdige Partie des letzten Majors der Saison Revue passieren. Heute: Serena Williams' verbale Attacke auf eine Linienrichterin.

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Am US Open 2009 trat Serena Williams als Titelverteidigerin an und gab auf dem Weg in die Halbfinals keinen einzigen Satz ab. Auch in der Partie gegen Kim Clijsters, die mit einer Wildcard ins Haupttableau gerutscht war, sahen alle die Einheimische als klare Favoritin. Trotz der vermeintlich ungleichen Kräfteverhältnisse konnte Clijsters aber den ersten Satz mit 6:4 für sich entscheiden. Das ärgerte Williams so sehr, dass sie ihr Racket wiederholt auf den Boden schlug, bis der Schläger kaputt war. Die Schiedsrichterin sprach nach dieser Aktion korrekterweise eine Verwarnung wegen Schlägermissbrauchs aus.

Der Fussfehler im falschen Moment

Im zweiten Satz war die Partie dann ausgeglichener. Beim Stand von 5:6 musste Williams gegen den Matchverlust aufschlagen – ein Unterfangen, das nicht wirklich gelingen wollte. Schnell geriet die heute 30-Jährige 15:30 in Rücklage. Der folgende erste Service landete knapp im Aus. Mit dem zweiten Aufschlag musste sie also einen Matchball für Clijsters verhindern. Williams brachte den zweiten Service ins Feld und wollte weiterspielen, doch der Ausruf der Linienrichterin an der eigenen Grundlinie machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Der Grund für die Intervention der Linienrichterin: ein Fussfehler. Dieser bescherte Clijsters den ersten Matchball.

Williams wollte den Entscheid nicht anerkennen. Sie schritt auf die Linienrichterin zu und soll ihr gesagt haben: «Bei Gott, ich schwöre, dass ich dir einen dieser verdammten Bälle in den Hals schiebe. Ich schwöre es.» Daraufhin meldete die Linienrichterin der Schiedsrichterin die verbale Attacke. Diese holte Oberschiedsrichter Brian Earley und Supervisorin Donna Kelso auf den Platz, die sich aufgrund der schon vorhandenen Verwarnung für die nächste Stufe der Bestrafung, nämlich einen Strafpunkt, entschieden. Damit zog Kim Clijsters in den Final ein, ohne dass sie im Halbfinal einen Matchball hatte verwerten müssen.

Hohe Strafe wegen Unsportlichkeit

«Ich würde es gern ungeschehen machen. Aber es ist leider passiert», sagte Williams gleich nach der Partie. Die Niederlage wollte sie nicht auf den Entscheid schieben: «Kim hat es gar nicht verdient, dass dieser Match so endete. Sie war einfach klar besser, so stark hatte ich sie nicht erwartet.» Der Ausraster kam die US-Amerikanerin trotzdem teuer zu stehen: Sie musste wegen Unsportlichkeit ein Strafe von 10'500 Dollar bezahlen.

(rso)

Erstellt: 28.08.2012, 11:42 Uhr

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