«Eine sehr harte Entscheidung»

Der Coach von Roger Federer erklärt, wie es zur Absage des French Open kam.

Setzt dieses Jahr voll auf Wimbledon: 2016 verlor Roger Federer im Halbfinal in London gegen den Kanadier Milos Raonic. (8. Juli 2017)

Setzt dieses Jahr voll auf Wimbledon: 2016 verlor Roger Federer im Halbfinal in London gegen den Kanadier Milos Raonic. (8. Juli 2017) Bild: Peter Klaunzer/Keystone

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«Es war immer klar, dass wir die Entscheidung um den 10. Mai herum fällen würden», erklärte Severin Lüthi in einer ersten Stellungnahme zur Paris-Absage am Montag gegenüber der «New York Times». Er sei aber überzeugt, dass man Federer in Roland Garros nochmals spielen sehe: «Ich bin sehr zuversichtlich, dass er das French Open wieder spielen wird. Nur weil er dieses Jahr die Sandsaison auslässt, bedeutet das nicht, dass er auch in Zukunft nicht mehr auf Sand spielen wird. Er könnte nächstes Jahr eine andere Planung machen.»

«Das Knie ist in perfektem Zustand.»Severin Lüthi

Federer habe sich den Entscheid sehr schwer gemacht. «Er war für ihn sehr hart», so Lüthi. Gefällt hätten sie ihn am Montag, nach einigen Tagen Training auf Sand in der Schweiz. «Wir wollten einfach alle verfügbaren Informationen sammeln und sehen, wie die Trainings verlaufen und wie er sich fühlt.»

Triumph auf Sand: 2009 gewann Roger Federer das French Open in Paris gegen Robin Söderling aus Schweden. (Bild: Keystone/AP Photo/Christophe Ena)

Der Wechsel lohnt sich nicht

Federer ist gemäss dem Davis-Cup-Captain gesund. «Aber man weiss nie, was geschehen könnte. Es gibt keine Garantie, dass du dich nicht verletzt. Aber das Knie ist wirklich in perfektem Zustand, zum Glück war das gar kein Thema.»

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Zum Entscheid geführt habe im Team letztlich die Einschätzung, dass es sich nicht lohne, nur für ein Turnier den Wechsel auf Sand vorzunehmen. «Der Körper könnte irgendwann einen Preis für einen solchen Belagswechsel zahlen», so Lüthi. «Deshalb bin ich überzeugt, dass dies eine gute Entscheidung ist.»

«Das Ziel ist, noch viele Jahre zu spielen.»Roger Federer

Federer, der Paris 2009 gewann und viermal im Final stand, lässt 2017 erstmals die gesamte Sandsaison aus. In seiner Erklärung zur Absage betonte er einmal mehr, dass er noch möglichst lange spielen wird. «Ich habe auf und neben dem Court hart gearbeitet im vergangenen Monat mit dem Ziel, auf der ATP-Tour noch viele Jahre zu spielen. Und ich habe das Gefühl, dass es das beste ist, die Sandsaison dieses Jahr ganz auszulassen.» Der Saisonstart sei zwar «magisch» gewesen, «aber ich muss erkennen, dass meine Planung der Schlüssel für meine Langlebigkeit sein wird in nächster Zeit.»

Will noch lange auf der ATP-Tour spielen: Roger Federer mit seinen Trainern Severin Lüthi und Ivan Ljubicic (ganz rechts) am Australian Open in Melbourne. (Bild: Keystone/EPA/TRACEY NEARMY)

Die Absage für Paris sei «eine Investition in die Zukunft», sagt auch Lüthi. «Das Ziel ist, dass er noch viele Jahre auf der Tour spielen kann, und deshalb muss er Prioritäten setzen. Und leider hatte das French Open in diesem Fall nicht die höchste Priorität.»

Bildstrecke – Roger Federers Grand-Slam-Triumphe: Keiner gewann so viele Majors wie der Schweizer.

(rst)

Erstellt: 16.05.2017, 09:42 Uhr

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