Emotionen beim Showdown in Melbourne

Nach dem Duell zeigten sich die Finalisten Novak Djokovic und Andy Murray artig und verteilten gegenseitig Komplimente. Im Endspiel war die Atmosphäre im Court bedeutend emotionaler gewesen.

Der zweite Matchball sitzt: Novak Djokovic zwingt Andy Murray nach vier Sätzen in die Knie. (Video: Youtube)


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Andy Murray zeigte nach seinem vierten verlorenen Final in Melbourne bei den Platzinterviews Grösse. «Novak, ich möchte dir zum fünften Titel hier gratulieren. Das ist ein unglaublicher Rekord. Du hast heute fantastisch gespielt und das Turnier verdient gewonnen.» Auch Sieger Novak Djokovic, der zum fünften Mal in Melbourne triumphierte – so oft wie kein Spieler in der Profigeschichtes des Tennis –, zeigte sich sportlich von seiner besten Seite. «Du hast hart gekämpft Andy und ein glänzendes Turnier gespielt.» Und dann wechselte der Serbe, der erstmals als Vater einen Grand-Slam-Titel gewinnen konnte, verbal in den privaten Bereich über: «Ich wünsche dir und deiner Verlobten Kim eine wunderbare Hochzeit und viele Kinder.» Der Applaus des Publikums war dem glücklichen Sieger gewiss.

Djokovic vergass in den Momenten des Triumphs seinen Tross nicht. «Danke an mein Team, das mich in guten und in schlechten Zeiten unterstützt», erklärte der 27-jährige Belgrader weiter. Nach dem Viersatzsieg war der Schützling zu Boris Becker geeilt und schüttelte dem deutschen Coach und Berater die Hand. Es war ein Zeichen der Nummer 1 der Welt, wie wichtig ihr die Zusammenarbeit mit dem Altmeister ist.

Die Sache mit Djokovics Krämpfen

Es war durchaus ein Final mit Emotionen, in dem beide Spieler mit Höhen und Tiefen zu kämpfen und auch Phasen der Frustration zu durchlaufen hatten. Djokovic beklagte nach einem Sturz im ersten Satz Probleme mit seinem rechten Daumen und bewegte sich nach dem zweiten Satz so, als ob er unter Krämpfen leiden würde. Murray erklärte gegenüber den Medien, dass ihn der Fitnesszustand seines Gegners im dritten Satz doch irritierte. «Ich weiss nicht, was eigentlich sein Problem war. Aber dann kam er in diesem Satz unglaublich zurück. Dass ich den dritten Satz verlor, war schon frustrierend für mich», stellte der Verlierer fest. Als er in diesem Umgang plötzlich 3:5 zurücklag, fluchte der Schotte lautstark: «Das ist so unnötig, so unnötig.» Der Serbe dagegen drehte sich zum Publikum um und animierte seine Anhängerschaft zu mehr Spektakel auf den Tribünen. Im vierten Satz schwanden beim Aussenseiter, der nach seinen Rückenproblemen doch überraschend das Endspiel in Melbourne erreicht hatte, die Kräfte, während der Favorit keine Schwächen mehr zeigte und wieder konstant spielte.

Djokovic erklärte bei der Pressekonferenz, dass er nicht über Krämpfen geklagt habe, sondern dass er sich einfach für einen Moment schwach gefühlt habe. «Die ersten beiden Sätze waren körperlich und mental sehr anstrengend. Ich hatte eine Krise am Ende des zweiten Satzes.» Der Serbe sprach von einem emotionalen Duell, in dem es nicht einfach gewesen sei, die Konzentration immer bei 100 Prozent zu halten. «Dann gab es auch noch den Unterbruch, als plötzlich Leute auf den Platz stürmten.» Der fünfte Titel wird beim Sieger einen tieferen Eindruck hinterlassen als andere. «Ich bin ja jetzt Vater und Ehemann. Ich bin sehr stolz darüber.»

Murrays Verlobte liess ihr Oberteil sprechen

Murrays Verlobte Kim Sears hatte schon vor dem Final für eine gewisse Heiterkeit gesorgt. Die 27-Jährige trug ein Oberteil mit der Aufschrift «Parental Advisory: Explicit Content» («Hinweis an alle Eltern: Nicht jugendfrei»). Es war die Reaktion auf die Kritik an ihren Flüchen während des Halbfinals ihres Liebsten gegen Tomas Berdych drei Tage zuvor. Die Britin hatte dabei mehrmals den berühmten anglosächsischen F-Kraftausdruck im Zusammenhang mit dem Tschechen benutzt. Die mündliche Offensive aus der Box trug ihr Down Under nicht nur Sympathien ein.

Dass Spielerfrauen die Gegner ihrer Männer während des Duells auf dem Court von den Rängen beschimpfen oder verbal attackieren – das hatten wird doch schon einmal. Beispielsweise beim sagenhaften letzten Masters-Halbfinal zwischen den Landsleuten Roger Federer und Stan Wawrinka in London.

(fal)

Erstellt: 01.02.2015, 15:55 Uhr

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