«Entweder brauche ich Fussballschuhe oder einen Rat»

Der blaue Sand war schon im Vorfeld des Masters von Madrid das heisse Diskussionsthema bei den Stars. Novak Djokovic ist nach seinem ersten Match ratlos und empört.

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Auf der ATP-Tour rücken in diesen Tagen die sportlichen Resultate in den Hintergrund. Für Aufregung sorgt der neue Belag beim Masters-Turnier in Madrid. «Es ist unmöglich, sich hier zu bewegen. Das ist kein Tennis. Entweder brauche ich Fussballschuhe oder einen Rat, wie man auf diesem Platz spielen soll», empörte sich der Weltranglistenerste Novak Djokovic nach seiner Partie gegen den Qualifikanten Daniel Gimeno-Traver. Der Serbe tat sich tatsächlich schwer und musste über die volle Distanz von drei Sätzen gehen. Mit viel Mühe rang er den Spanier mit 6:2, 2:6 und 6:3 nieder. Grosse Probleme bekundete auch der spanische Sandplatzspezialist Nicolas Almagro bei seinem 6:7, 6:3 und 6:3 über Santiago Giraldo. Nach dem Match sagte Almagro: «So nahe zu Roland Garros würden wir viel lieber auf rotem Sand spielen. Dieser blaue Belag ist nicht im besten Zustand. Er ist sehr rutschig, ich hoffe es gibt keine Verletzten.»

Wawrinka ist die Farbe egal

Stanislas Wawrinka hatte vor seiner Partie gegen Olivier Rochus (6:4, 7:6) nur einmal auf dem blauen Belag trainiert, da er nach dem Halbfinal-Out gegen Juan Martin del Potro erst spät aus Estoril angereist war. Im Gegensatz zu den anderen stört ihn die ungewohnte Farbe aber kaum, lobende Worte für die Plätze fand er dennoch nicht. Im Gegenteil: «Die Farbe ist kein Problem, aber der Zustand der Plätze. Sie waren hier immer wirklich schlecht, aber dieses Jahr ist es noch schlimmer. Es ist schade, dass ein so grosses Turnier, kombiniert für Männer und Frauen, auf derart schlechten Plätzen ausgetragen werden muss.»

«Dieser blaue Sand wird sich nicht durchsetzen»

Das erste Fazit der Spieler ist also vernichtend. Zu rutschig und in sehr schlechtem Zustand, gar als gefährlich empfinden die Spieler die blauen Plätze. «Das gab es noch nie zuvor und ich bin mir sicher, dass sich dieser blaue Sand nicht durchsetzen wird», erklärt Frédy Léchot, Spezialist für Tennisplatzbau bei Swiss Tennis gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Es kann gut sein, dass dieser Sand rutschiger ist als der normale rote Sand. Es ist zum Beispiel bewiesen, dass eingefärbter Quarzsand rutschiger ist als normaler, aber ob das auch in Madrid der Fall ist, weiss ich auch nicht.»

Klar ist, dass nicht nur die Farbe des Sandes anders ist. Zwangsläufig müssen die Sandkörner in ein Farbbad getaucht werden, um ihnen die unnatürliche blaue Farbe zu verleihen. Bei der Farbe handle es sich laut Tennisplatzbau-Experten normalerweise um eine Kunstharzummantelung des Sandkorns. Durch dieses Farbbad fallen die feinen Körnungen des Sandes weg, was das Gleitverhalten verändert. Die Beschwerden der Spieler kommen also nicht von ungefähr.

Erstellt: 09.05.2012, 15:57 Uhr

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