«Federer bewegt sich nicht mehr so gut»

Novak Djokovic sieht sich vor dem heutigen Masters-Duell mit Roger Federer im Vorteil. Der Schweizer und ein einstiger Wimbledon-Sieger wehren sich derweil gegen vorschnelle Urteile.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Heute Abend heisst es in der Londoner O2-Arena zum 31. Mal Novak Djokovic gegen Roger Federer. Der Titelverteidiger aus Serbien und der 17-fache Major-Champion aus dem Baselbiet treffen ab 21 Uhr Schweizer Zeit im Schlagerspiel der Gruppe B aufeinander. Es ist gleichzeitig die Neuauflage des Finals von 2013. Die Wettanbieter sehen Djokovic mit einer Quote von 1,3:1 als deutlichen Favoriten. Wer auf Federer setzt, gewinnt im Erfolgsfall das 3,2-Fache seines Einsatzes. «Roger bewegt sich nicht mehr so gut wie früher, aber man darf ihn nie unterschätzen», sagt Djokovic, der seine letzten 17 Partien allesamt gewonnen hat, darunter auch den Halbfinal in Paris-Bercy gegen seinen heutigen Widersacher. Wenn es ihm gelinge, die Pariser Strapazen rechtzeitig hinter sich zu lassen, habe er gute Chancen, seinen insgesamt 15. Sieg gegen Federer zu feiern. Noch führt der Schweizer im Head-to-Head mit 16:14.

Federer demonstrierte in einem Interview mit der BBC Zuversicht. Auf Sand werde es in der Ära von Rafael Nadal immer schwierig sein, auf allen anderen Belägen liege das Geschick aber immer noch mehr auf seinem eigenen Racket als auf demjenigen jedes anderen Spielers. Mit dieser These steht der Masters-Sieger der Jahre 2003, 2004, 2006, 2007, 2010 und 2011 nicht allein da. «Federer ist neben Djokovic der aussichtsreichste Titelanwärter», erklärte Richard Krajicek, seines Zeichens Wimbledon-Sieger 1996, in einer Analyse für das Webportal Nusport.nl. «Er war über Jahre der beste Hallenspieler, und ich habe das Gefühl, dass er noch einmal ein Grand-Slam-Turnier gewinnen kann. Ich finde es bizarr, dass einige Leute sogar schon gesagt haben, er solle aufhören. Soll er wegen ein bisschen Gegenwind gleich das Handtuch werfen? Er war nicht umsonst noch vor einem Jahr die Nummer 1.»

Für Federer bedeuten die ATP World Tour Finals 2013 seine zwölfte Masters-Teilnahme in Serie. Und zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit findet er sich nicht auf einem der vier gigantischen Poster an den Wänden der O2-Arena wieder. Diese Ehre ist den vier Topgesetzten Rafael Nadal, Novak Djokovic, David Ferrer und Juan Martin Del Potro vorbehalten. «Dass ich im Frühling in Indian Wells ein Fotoshooting für das Masters absolviert habe, war ziemliche Zeitverschwendung», scherzte der 32-Jährige am Tag vor dem Duell mit Djokovic. «Aber immerhin habe ich mich auf einem Taxi in der Stadt gesehen.»

Im Lauf der Saison wurde Federer im Ranking von Position 2 auf Platz 7 durchgereicht. Eine Entwicklung, die zu einem beträchtlichen Teil mit seinen Rückenbeschwerden zusammenhängt. In Paris-Bercy liess der Maestro in seinem Viertelfinal gegen Del Potro und im ersten Satz des Halbfinals gegen Djokovic jene Klasse aufblitzen, die ihm Krajicek noch immer attestiert. Wenn Federer am Netz vollierte oder mit einem gefühlvollen Stoppball den Gegner überraschte und den Rhythmus brach, war zu erkennen, was er meint, wenn er sagt, dass sein Geschick noch immer auf dem eigenen Racket liege.

Erstellt: 05.11.2013, 11:14 Uhr

Umfrage

Was trauen Sie Roger Federer am Ende seiner enttäuschenden Saison zu?

Masters-Sieg

 
18.1%

Finaleinzug

 
17.1%

Halbfinaleinzug

 
32.5%

Vorrunden-Out

 
32.3%

1810 Stimmen


Artikel zum Thema

Wie gut kennen Sie das Schweizer Tennis?

Beantworten Sie unsere zehn Fragen – und gewinnen Sie mit etwas Glück ein Exemplar des Tennisbuchs «Jubeljahre». Mehr...

Nadal fühlt sich benachteiligt

Rafael Nadal startet heute gegen seinen spanischen Landsmann David Ferrer in die ATP World Tour Finals – und er glaubt zu wissen, warum er das Saisonfinale noch nie gewinnen konnte. Mehr...

Federer geht nach Traumstart die Luft aus

Roger Federer scheitert am Masters-1000-Turnier von Paris in den Halbfinals am Serben Novak Djokovic. Dieser trifft im Final auf David Ferrer, der seinen Landsmann Rafael Nadal bezwang. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Geldblog So geht Altersvorsorge für Selbstständige

Mamablog Haben Sie Ihr Kleinkind aufgeklärt?

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Animalische Athletik: Ein Tiertrainer im Zoo von Sanaa, Jemen, reizt eine Löwin so sehr, dass sie wortwörtlich die Wände hochgeht. (Januar 2020)
(Bild: Mohamed al-Sayaghi) Mehr...