Federer feiert Wimbledon-Jubiläum

Zum 10. Mal im Halbfinal: Weder das Wetter noch Gilles Simon konnten den 7-fachen Wimbledonsieger stoppen. Federer trifft nun auf den Briten Andy Murray.

Hatte Simon und die Partie im Griff: Roger Federer.

Hatte Simon und die Partie im Griff: Roger Federer.

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Nur noch zwei Siege fehlen Roger Federer, um erster 8-facher Wimbledonsieger zu werden. Mit einem 6:3, 7:5, 6:2 gegen Gilles Simon (ATP 13) erreichte er nach einem vom Regen zweimal unterbrochenen Viertelfinal die letzten vier, wo er am Freitag auf Andy Murray trifft, der den Kanadier Vasek Pospilisk 6:4, 7:5, 6:4 bezwang.

«Es war für beide nicht einfach mit dem Regen», sagte Federer, der die Basis für den Erfolg über den Franzosen einmal mehr mit einer hervorragenden Aufschlagsleistung legte. «Zudem war es ziemlich windig, und man weiss nie, wie man von einer Regenpause zurückkommt. Doch heute halfen sie mir eher, und ich bin froh, wie ich mit den Bedingungen und meinem Gegner umging.»

Federer steht bereits zum 37. Mal in den Halbfinals eines Grand-Slam-Turniers, zum 10. Mal in Wimbledon. Damit fehlt ihm noch einer, um zu Rekordmann Jimmy Connors aufzuschliessen. Wichtiger aber ist, dass er bisher noch keinen seiner Halbfinals im All England Club verloren hat. Im Duell mit Murray liegt er knapp vorne (12:11), nachdem er die letzten drei Partien im vergangenen Jahr alle gewinnen konnte.

Der Schotte, der damals von einer Rückenoperation zurückkam, ist aber seither wieder deutlich erstarkt und wieder nahe an jener Form, die ihn vor zwei Jahren zum ersten britischen Wimbledonsieger seit 77 Jahren werden liess und die ihm 2012 auf dem gleichen Court auch Olympiagold gebracht hatte – nach einem Finalsieg über Federer.

Federer hat bisher aber nur eines von fünf Duellen gegen Murray auf Grand-Slam-Stufe verloren, in Melbourne 2013. Dafür gewann er gegen den Schotten schon drei Majorfinals, 2008 in New York, 2010 in Melbourne und 2012 in Wimbledon.

«Wie ein Güterzug»

«Das ist, wie wenn man einen Güterzug stoppen will, wenn Federer auf Rasen mit einem Satz und einem Break führt.» Diesen Vergleich stellte der australische TV-Experte und Coach Darin Cahill auf ESPN an, kurz bevor der Baselbieter gegen Simon zur 2:0-Satzführung aufschlug. Doch genau da schaffte es der in Grundlinienduellen leicht überlegene 29-jährige Franzose, die Fahrt des zuvor bei eigenem Aufschlag unbedrängten Favoriten zu verlangsamen: Er breakte Federer zum 5:5, wobei dieser keinen Punkt gewann und mit drei Fehlern massgeblich mithalf.

Schon das war höchst bemerkenswert. Immerhin hatte sich Federer seit der Startrunde in Halle (gegen Kohlschreiber) von keinem Gegner mehr breaken lassen und 116 Aufschlagsspiele in Folge für sich verbucht. In Wimbledon hatte er zuvor nur zwei Breakbälle abwehren müssen. Das Ende dieser Serie liess ihn aber nicht entgleisen, im Gegenteil. Sofort nahm er wieder Fahrt auf, durchbrach Simons Aufschlag zum dritten Mal und servierte zum zweiten Mal zum Gewinn von Satz 2.

Doch diesmal war es der Regen, der ihn stoppte, nachdem die Partie schon bei 3:0 im ersten Satz kurz hatte unterbrochen werden müssen. «Wichtig war, dass ich auf dieses Break gut reagierte», sagte Federer. «Simon ist ein hervorragender Returnspieler und hat sich das Break verdient.»

Doch auch die zweite Regenpause konnte den Federer-Express nur kurz zurückhalten. Als er zurückkam, reichten ihm ein Servicepunkt und zwei Asse, um das 7:5 zu vollenden. Im dritten Satz liess er keine Spannung mehr aufkommen und schaffte es vor den Augen seines Ehrengasts Bradley Cooper, einem Schauspieler, sowie von Tennislegende Rod Laver Breaks zum 1:0 und 5:2. Nach einer Nettospielzeit von 94 Minuten verwertete er am Netz seinen zweiten Matchball.

Erstellt: 08.07.2015, 17:31 Uhr

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