Federer und der Herr der 5200 Asse

Der in Las Vegas lebende Amerikaner Sam Querrey fordert in Wimbledon heute Roger Federer. Er hat dem Rasenkönig einen grossen Titel auf dessen Lieblingsbelag voraus.

Wenn der Ball einmal im Spiel ist, geht von ihm weniger Gefahr aus: Sam Querrey gilt als einer der stärksten Aufschläger im Tenniszirkus.

Wenn der Ball einmal im Spiel ist, geht von ihm weniger Gefahr aus: Sam Querrey gilt als einer der stärksten Aufschläger im Tenniszirkus. Bild: Keystone

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Dass das offensive Kraftpaket Sam Querrey, der als Profi schon über 5200 Asse schlug, an Grand-Slam-Turnieren auf der Suche nach den Favoriten konstant übergangen wird, hängt nicht mit seiner Körpergrösse zusammen: Mit 1,98 m gehört er zu den eindrücklicheren Erscheinungen auf den Turnieranlagen. Es ist vielmehr die Folge davon, dass er auf höchster Stufe noch nicht richtig in Schwung gekommen ist. Der grosse Durchbruch liess und lässt noch immer auf sich warten, seit seinen zwei einzigen Achtelfinals im Jahr 2010 in Wimbledon und am US Open ist er an keinem Majorturnier mehr über die 3. Runde hinausgekommen. Und seine schlechte Bilanz gegen Top-10-Spieler steht auf Grand-Slam-Stufe bei null Siegen und acht Niederlagen.

Querrey spielt Tennis, seit er vierjährig ist, seine Eltern führen in Las Vegas einen Tennisclub, in dem einst ein ATP-Turnier stattfand. Schon als Teenager kletterte der inzwischen 27-Jährige in die Top 100 und galt als grosse Hoffnung des US-Tennis, als möglicher Nachfolger der Agassi- und Sampras-Generation. Er blieb auf Kurs, als er 2010 gleich vier ATP-Turniere gewann und dabei seine Vielseitigkeit demonstrierte: Er gewann auf Sand in Belgrad, auf Hartplatz in Los Angeles, in der Halle von Memphis und auf dem Rasen des Londoner Queen's Club, womit er auf dieser Unterlage etwas erreicht hat, das Rasenking Roger Federer noch fehlt. Der Baselbieter trat dort aber auch nur einmal an.

Querrey kletterte bis auf Rang 17, ehe ihn 2011 eine Ellbogenverletzung stoppte und aus den Top 100 warf. Der Sohn eines Bankers, der früher College-Baseball spielte, kämpfte sich rasch zurück. Der siebenfache Sieger von ATP-Turnieren ist ein typischer Amerikaner, der den Kampf liebt, vor nichts Angst hat und aufblüht, wenn die Bedingungen schnell und die Temperaturen hoch sind, wie diese Woche in Wimbledon. Dass seine Form stimmt, zeigte der von Tom Gullikson gecoachte Offensivspieler in Nottingham, wo er vergangene Woche auf Rasen den Final erreichte und diesen gegen Denis Istomin erst nach zwei Tiebreaksätzen verlor. Er kletterte dadurch im ATP-Ranking um acht Positionen auf Rang 36, womit er hinter John Isner (17) und Jack Sock (31) der drittbeste Amerikaner ist.

Die bisherigen Duelle zwischen Federer und dem gebürtigen Kalifornier sind ohne Aussagekraft. Sie stammen aus den Jahren 2007 und 08, als Querrey noch ein unerfahrener Jungprofi war, und Federer gewann sie denn in Miami und Roland Garros auch ohne grössere Mühe, wobei er in allen fünf Sätzen nie mehr als vier Games verlor. Doch Querrey weiss: Eine solche Chance, seine Grand-Slam-Bilanz aufzupolieren, dürfte nicht so schnell wiederkommen.

Erstellt: 02.07.2015, 11:26 Uhr

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