Federer zerlegt Wawrinka

Am Masters-1000-Turnier von Rom kommt es zum Final der Giganten zwischen Novak Djokovic und Roger Federer. Federer gewinnt das Schweizer Duell gegen Stan Wawrinka überraschend deutlich 6:4, 6:2.

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Roger Federer fühlt sich dieser Tage in Rom nicht rundum glücklich. Die italienischen Fans sind ihm zu aufdringlich, die Familie ist zu Hause in der Schweiz geblieben und der Sandplatz im Foro Italico genügt den Ansprüchen an ein ATP-Turnier der höchsten Kategorie nur bedingt. Auf seine Leistungen hat dies allerdings keinerlei Einfluss. Ohne Satzverlust erreichte der 33-jährige Baselbieter, der sich erst am Sonntag entschieden hatte, nach Rom zu reisen, den Final. Auch das Duell der beiden besten Schweizer Tennisspieler wurde gestern Abend gegen Stan Wawrinka in knapp 55 Minuten eine überraschend klare Beute Federers.

Dabei war der dreieinhalb Jahre jüngere Lausanner optimal in die 18. Begegnung gestartet und innert weniger Minuten 3:0 in Führung gegangen. Federer konterte jedoch sofort, und spätestens nach seinem zweiten Break zum 5:4 rauschte er im Expresstempo einem nie mehr gefährdeten Sieg entgegen. Sein Spiel funktionierte wie bereits in der ganzen Woche, in der er nun vier Top-25-Gegner souverän bezwungen hat, wie aus einem Guss. Da verkamen ein paar tückische Löcher im roten Sand zur Randnotiz. Im zweiten Durchgang überliess er Wawrinka nur gerade zehn Punkte, ehe er mit einem Smash seinen ersten Matchball verwertete und verhalten jubelte.

Wawrinka neben den Schuhen

Wawrinka konnte allerdings in keiner Phase an seine überragende Leistung beim Sieg gegen Rafael Nadal am Freitagabend anknüpfen. Er machte Federer das Leben mit einer Vielzahl zum Teil haarsträubender Fehler allzu leicht - vor allem im zweiten Satz. Vielleicht hinterliess der Kampf gegen Nadal, der erst kurz vor Mitternacht zu Ende gegangen war, zu deutliche Spuren. «Ein Sieg gegen einen guten Freund macht nie gleich viel Spass wie ein anderer Erfolg», sagte Federer. «Stan hat am Ende sicher etwas abgebaut. Ich bin aber sehr zufrieden, es ist bis jetzt ein Superturnier.»

Tatsächlich funktionierten bei der Weltnummer 2 vom Aufschlag (73 Prozent erster Aufschläge) über das Netzspiel (12 von 14 Punkten gewonnen) bis zur Rückhand alle Elemente in seinem Spiel. Am Ende standen 18 direkten Gewinnschlägen nur zwölf unerzwungene Fehler gegenüber. Ähnlich gut wird auch im Final gegen Titelverteidiger Novak Djokovic spielen müssen. Diesmal ist er es, der aufgrund des etwas fragwürdigen Spielplans zu deutlich weniger Erholungszeit kommt als sein Gegner.

Federer glaubt an seine Chance, im 39. Duell zum 21. Mal zu gewinnen: «Ich bin sicher der Spieler, der Novak in den letzten Monaten am meisten Probleme bereiten konnte.» In diesem Jahr stehen sich die beiden zum dritten Mal nach Dubai (Sieg Federers) und Indian Wells (Sieg Djokovics) gegenüber. Djokovic strebt in seinem vierten Römer Final nach 2003, 2006 und 2013 seinen ersten Titelgewinn an.

Scharapowa strebt dritten Sieg an

Bei den Frauen erreichte die nach Serena Williams' Forfait grösste Favoritin Maria Scharapowa ihren dritten Final in Rom. Die Siegerin von 2011 und 2012 beendete den Lauf der Qualifikantin Daria Gawrilowa (WTA 78), die zuvor unter anderen Belinda Bencic, Ana Ivanovic und Timea Bacsinszky ausgeschaltet hatte. Sie bekommt es am Sonntag mit der immer stärker aufspielenden Spanierin Carla Suarez Navarro (WTA 10) zu tun. (si)

Erstellt: 16.05.2015, 21:54 Uhr

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